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Google Earth: Blick durch die Jahrtausende

Hügelgräber, Paläste, die Pyramiden und die Chinesische Mauer: So sehen die großen Bauwerke aus den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden aus der Vogelperspektive aus.

Ein Blick auf diese Bauwerke ist immer auch eine Reise in die Vergangenheit: Vor mehr als 4000 Jahren wurde der große Steinkreis von Stonehenge errichtet, vor 2000 Jahren strömten die Massen in das Kolosseum im Rom. All diese Gebäude sind noch heute ein Reiseziel, doch man muss gar nicht mehr aufstehen, um sie aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Denn Google Earth zeigt, wie die bekannten Bauwerke aus der Luft wirken.

Newgrange, Irland

Blick von oben: So sehen die großen Bauwerke aus den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden aus der Vogelperspektive aus.

Vor rund 5000 Jahren entstand die Grabanlage von Newgrange im Osten Irlands. Das gewaltige Hügelgrab etwa elf Meter hoch, der Durchmesser der Anlage beträgt rund 75 Meter. Schätzungen zufolge mussten hier 300 Menschen 30 Jahre lang arbeiten, um die große Struktur zu errichten. In der Mauer wurden , im Inneren finden sich zahlreiche mit Mustern verzierte Steinblöcke.

Im Inneren des Bauwerks führt ein 19 Meter langer Gang zu einem kreuzförmigen Raum der Grabkammer. Zur Wintersonnenwende scheint die aufgehende Sonne direkt durch die Öffnung über dem Eingang und den gesamten Tunnel entlang. Eintrittskarten für dieses Ereignis sind extrem begehrt - sie werden nicht normal verkauft, sondern verlost.

Am Ufer des Flusses Boyne findet sich nicht nur Newgrange, nahe gelegen sind die Hügelgräber von Knowth und Dowth. Die zum Weltkulturerbe zählenden Stätten werden auch als "Brú na Bóinne" ("Palast des Boyne") bezeichnet. Neben den drei großen finden sich in der Region auch rund 40 kleinere Ganggräber.

Potala-Palast in Lhasa

Blick von oben: So sehen die großen Bauwerke aus den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden aus der Vogelperspektive aus.

Über der Stadt Lhasa thront der Potala-Palast. Schon im 7. Jahrhundert entstand hier der erste Palast, im 17. Jahrhundert, während der Regierungszeit des 5. Dalai Lama, wurde auf den Fundamenten des zwischenzeitlich zerstörten Gebäudes ein viel größerer Bau errichtet.

Der Potala-Palast ist in einen Hügel hinein gebaut, so dass er sich über 13 Stockwerke zieht und Platz für 999 Räume bietet. In dem Palast lebte nicht nur der Dalai Lama, auch zahlreiche Mönche hatten hier ihre Heimat, zudem diente das Gebäude als Regierungssitz. Seit 1994 gehört der Palast zum Weltkulturerbe.

Nuraghen auf Sardinien

Blick von oben: So sehen die großen Bauwerke aus den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden aus der Vogelperspektive aus.

In der Bronzezeit bauten die Einwohner Sardiniens Hunderte von Nuraghen: Rundtürme, die aus losen Steinen zusammengesetzt sind. Die prächtigen Bauwerke sind noch heute an vielen Orten auf der Insel zu finden. Die Türme hatten bisweilen drei Stockwerke und einen Durchmesser von 25 Metern.

Su Nuraxi, eine Nuraghensiedlung, befindet sich in der Nähe des Ortes Barumini. Im Zentrum der Anlage befindet sich ein Turmbau, der von zwei Mauern, in denen kleine Türme standen, umgeben ist. Archäologen haben die Fundamente von rund 150 kleinen Gebäuden freigelegt.

Stonehenge

Blick von oben: So sehen die großen Bauwerke aus den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden aus der Vogelperspektive aus.

Bereits in der Jungsteinzeit entstand Stonehenge. Astronomisches Observatorium, Kultstätte, Friedhofsanlage: Über Sinn und Zweck der kreisförmigen Anlage diskutieren Archäologen seit langem - während Esoterik-Fans bei den Steinkreisen in der Grafschaft Wiltshire jährlich wilde Sonnenwendepartys feiern. Die auffälligen Steinkreise entstanden in der Zeit um 2100 v. Chr., andere Teile der Anlage sind jedoch bis zu 1000 Jahre älter. Ingesamt wurde Stonehenge in drei Bauphasen errichtet. Schätzungen zufolge waren allein für die Bearbeitung der großen Steine mehr als 30 Millionen Arbeitsstunden nötig. Die Blausteine, die in der zweiten Bauphase aufgestellt wurden, mussten über mehrere hundert Kilometer transportiert werden.

Stonehenge zählt seit 1986 zum Weltkulturerbe der Unesco.

Pyramiden von Gizeh

Blick von oben: So sehen die großen Bauwerke aus den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden aus der Vogelperspektive aus.

Auch aus großer Höhe sind diese drei Bauwerke beeindruckend: Die Cheops-Pyramide im Nordosten der Anlage, die Mykerinos-Pyramide im Südosten und die zwischen ihnen gelegene Chephren-Pyramide, entstanden in der Zeit zwischen 2600 und 2500 v. Chr. Sie sind das einzige bis heute erhaltene Weltwunder der Antike. Obwohl das Gelände längst eine Touristensensation ist, verbergen sich noch immer Überraschungen im Sand.

Memphis und seine Totenstadt mit den Pyramiden von Gizeh, Abusir, Sakkara und Dahschur sind seit 1979 Teil des Weltkulturerbes.

Der Blick von oben zeigt nicht nur die drei Pyramiden, auch die Sphinx ist östlich der Chephren-Pyramide zu erkennen.

Chichen Itza, Mexiko

Blick von oben: So sehen die großen Bauwerke aus den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden aus der Vogelperspektive aus.

Pyramiden, Tempel - und Ballsportanlagen: Die Maya errichteten auf der Halbinsel Yucatan um 450 n. Chr. die Stadt Chichen Itza. Jahrhunderte später übernahmen die Tolteken dort die Macht. 1988 erklärte die Unesco die Anlage zum Weltkulturerbe, zahlreiche Gebäude der Stadt wurden restauriert.

Akropolis von Athen

Blick von oben: So sehen die großen Bauwerke aus den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden aus der Vogelperspektive aus.

Ein Symbol für das antike Griechenland ist die Akropolis von Athen. Die Athener bauten die Tempelanlage im 5. Jahrhundert vor Christus. Sie ist nicht die einzige Akropolis. Das Wort steht für "Oberstadt" und alle antiken Städte Griechenlands hatten eine solche. Die von Athen, die seit 1987 zum Weltkulturerbe zählt, ist allerdings besonders beeindruckend - auch von oben.

Troja

Blick von oben: So sehen die großen Bauwerke aus den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden aus der Vogelperspektive aus.

Durch die "Ilias", in der der Trojanische Krieg geschildert wird, hat Homer der Stadt Troja ein Denkmal gesetzt. Wo diese Stadt lag, ja, ob es sie überhaupt gab, ist jedoch noch immer umstritten. Die meisten Historiker nehmen heute an, dass sich Troja im heutigen Nordwesten der Türkei befand.

Der Deutsche Heinrich Schliemann suchte im 19. Jahrhundert bei Hisarlık nach Überresten des alten Trojas - und wurde fündig. Er verkündete sogar, den Schatz des Priamos entdeckt zu haben.

Angkor Wat, Kambodscha

Blick von oben: So sehen die großen Bauwerke aus den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden aus der Vogelperspektive aus.

Im 12. - möglicherweise auch im 13. Jahrhundert - errichteten die Khmer die gigantische Tempelanlage Angkor Wat. Sie gilt als die größte der Welt. Angkor Wat ist Teil einer größeren Struktur: In Angkor (übersetzt: "Stadt") lag das Zentrum des Königreichs Kambuja. Das Reich existierte vom 9. bis 15. Jahrhundert.

120.000 Arbeiter und 60.000 Elefanten arbeiteten Schätzungen zufolge an dem riesigen Bau. 42 Meter hoch ist der Zentralturm des Tempels, der sich über 200 Hektar Grundfläche ausdehnt. Die Wände zieren Sandsteinreliefs, auf denen oft Tänzerinnen dargestellt sind.

Die Ruinen von Angkor sind seit 1992 Teil des Weltkulturerbes.

Kolosseum in Rom

Blick von oben: So sehen die großen Bauwerke aus den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden aus der Vogelperspektive aus.

Im Jahr 80 n. Chr. wurde der Bau des Kolosseums abgeschlossen. In dem Amphitheater konnten 50.000 Zuschauer Platz finden. 48 Meter Höhe, 527 Meter Umfang: Das sind die beeindruckenden Eckdaten des Bauwerks.

Wie viele Menschen bei den grausamen Gladiatorenkämpfen ihre Leben ließen oder in der Arena von Tieren zerrissen wurden, lässt sich heute nur schätzen. 300.000 waren es - nehmen manche Archäologen an.

Chinesische Mauer

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Dass die Chinesische Mauer das einzige Bauwerk ist, das man mit bloßem Auge vom Weltraum aus erkennen kann, ist ein Mythos. Die Mauer erstreckt sich zwar über mehrere tausend Kilometer, ist aber nicht ungewöhnlich breit und daher aus großen Höhen genauso wenig zu sehen wie eine beliebige Autobahn.

Die Mauer sollte China vor Angriffen aus dem Norden schützen. Die ersten Befestigungen entstanden bereits im 5. vorchristlichen Jahrhundert. Bis ins 16. Jahrhundert hinein gab es immer wieder Phasen, in denen die Mauer erweitert oder stärker befestigt wurde. Mit sämtlichen Verzweigungen erstreckt sich das Bauwerk über rund 8800 Kilometer. Zur Zeit der Ming-Dynastie sollen bis zu einer Million Chinesen als Wachposten auf der Mauer stationiert worden sein.