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Arteriosklerose: Ozon verstopft die Adern

Möglicherweise ist körpereigenes Ozon an der Arterienverkalkung beteiligt. Forscher wollen mit Hilfe dieser Erkenntnis einen Test zur Früherkennung entwickeln.

Körpereigenes Ozon ist möglicherweise an der Entstehung von Arterienverkalkung beteiligt. Wie ein internationales Wissenschaftlerteam im US-Journal "Science" berichtet, kann das Reizgas mit Hilfe der arteriellen Ablagerungen entstehen. Dort baue es Cholesterin zu giftigen Molekülen um, welche die Adern weiter schädigten. Die Forscher hoffen, mit diesen Erkenntnissen einen Test zur Arteriosklerose-Früherkennung zu entwickeln. Ein weiteres Team hat eine Möglichkeit gefunden, die Ablagerungen in den Adern abzubauen.

Im vergangenen Jahr hatten die Wissenschaftler um Paul Wentworth vom Scripps-Forschungsinstitut im kalifornischen La Jolla erstmals gezeigt, dass Ozon als Bestandteil des Immunsystems im Körper überhaupt eine Rolle spielt. Sie vermuten, dass das Molekül an vielen Entzündungsprozessen beteiligt sein könnte. Auch Arteriosklerose ist von Entzündungsreaktionen begleitet. Deshalb untersuchten die Forscher nun die arteriellen Plaques erkrankter Gefäße. Diese Ablagerungen verstopfen im Verlauf der Erkrankung zunehmend die Blutbahn.

Arteriosklerose-Nachweis per Test

Die Wissenschaftler fanden in den Plaques Moleküle, die nur bei der Umwandlung von Cholesterin durch Ozon entstehen können. Daraufhin suchten sie diese so genannten Oxysterole im Blutplasma von Arteriosklerose-Patienten - und entdeckten sie auch dort. Mit einem Test, der Oxysterole im Blut nachweist, könnte möglicherweise Arteriosklerose einfacher erkannt werden, meinen die Forscher.

Eine außergewöhnlich schnell wirksame Methode, die Plaques abzubauen, stellten Forscher um Steven E. Nissen von der Cleveland Clinic Foundation vor. Sie injizierten 36 Probanden den synthetischen Lipidkomplex ETC-216. Bereits nach fünf Wochen sei durchschnittlich ein 4,2-prozentiger Rückgang des Plaque-Volumens gemessen worden, berichtet das Team in der jüngsten Ausgabe des "Journal of the American Medical Association" (JAMA). Bisher waren die Forscher davon ausgegangen, dass für einen deutlichen Abbau der Plaques mehrere Jahre nötig sind, etwa durch die Reduzierung des Cholesterins LDL. Um die Erkenntnisse abzusichern, müssten allerdings weitere Tests mit mehr Menschen folgen.