Ausgestorben Die Rückkehr der Seepferdchen


Eigentlich galten Seepferdchen in unseren Breiten längst als ausgestorben - jetzt ging einem Nordsee-Fischer eines ins Netz. Offenbar scheinen die Tiere wieder bei uns heimisch zu werden.

Eigentlich galten Seepferdchen in unseren Breiten längst als ausgestorben - mittlerweile fühlen sich die exotischen Tiere in der Nordsee offenbar wieder wohl. Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren ist im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ein kurzschnäuziges Seepferdchen gefangen worden, wie das Informationszentrum Multimar Wattforum am Montag in Tönning mitteilte.

Schon 2001 wurde ein Seepferdchen gefangen

"Dass es nur zwei Seepferdchen in der Nordsee gibt und diese dann auch noch zufällig in die Netze der Fischer gelangen, ist äußerst unwahrscheinlich", hieß es in der Erklärung. Der Tönninger Fischer Manfred Sopha hatte das zappelnde Tierchen vor einer Woche in seinem Netz zwischen Tausenden von Krabben gefunden und auf dem schnellsten Weg ins Multimar Wattforum gebracht. Schon 2001 war dort ein Nordsee-Seepferdchen aufgenommen und erfolgreich aufgepäppelt worden. Der Neuankömmling wurde nach dem Schutzpatron der Fischer auf den Namen St. Petra getauft.

In den 30er-Jahren fast völlig ausgerottet

Der Lebensraum der Seepferdchen, die Nordsee-Seegraswiesen, wurden nach Angaben des Aquarienleiters Birger Kreutz in den 30er-Jahren von einer Pilzinfektion fast völlig vernichtet. "Da diese Tiere keine großen Schwimmer sind, brauchen sie genau solche Wiesen, um Halt zu finden und nicht von den starken Nordseeströmungen verdriftet zu werden." Wie sich die Seegraswiesen in den vergangenen Jahren entwickelt hätten, sei ihm nicht bekannt, betonte er. "Der erneute Fang lässt auf alle Fälle die Spekulationen zu, dass die Nordsee für Hippocampus Hippcampus wieder attraktiver geworden ist", erklärte Kreutz.


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