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Bettwanzen: Giftresistente Plagegeister

Bettwanzen breiten sich seit einiger Zeit in Deutschland und den USA wieder vermehrt aus. Da nur wenig über die Plagegeister bekannt ist, sind sie schwer zu bekämpfen. Das könnte sich nun ändern.

Sie sind klein, sie sind ekelig und sie sind schwer zu bekämpfen: Bettwanzen breiten sich seit einiger Zeit wieder aus. Unter anderem in den USA und in Deutschland sind sie zur Plage geworden. Der Kampf gegen die Parasiten ist dabei schwer - denn über die Bettwanzen ist erstaunlich wenig bekannt. In diesem Punkt schafft nun eine Studie amerikanischer Wissenschaftler Abhilfe. Forscher um Omprakash Mittapalli vom Ohio Agricultural Research and Development Center in Wooster präsentieren die erste umfassende genetische Studie von Cimex lectularius. Die Erkenntnisse könnten dabei helfen, die Plagegeister zu bekämpfen.

Nach Mittapallis Worten waren bislang weniger als aktive 2000 Gensequenzen der Bettwanze bekannt. Sein Team habe dem jetzt 35.646 hinzugefügt. Dabei sei deutlich geworden, dass sich die Tiere umfassender den Giften anpassen würden als bislang angenommen. Bettwanzen könnten demnach Gene gegen zahlreiche Bekämpfungsmittel enthalten. Das Team um Mittapalli präsentiert seine Analyse im Fachjournal "PLoS One".

Neue Methoden zur Bekämpfung

Bettwanzen haben sich in den vergangenen Jahren, bedingt durch weltweites Reisen, mehr Fernhandel und verträglichere, aber auch schwächere Pestizide, stark ausgebreitet. Die nur wenige Millimeter großen "Bed Bugs" können Hautreizungen und Entzündungen verursachen. Sie verstecken sich in Betten und anderen Winkeln der Wohnung und sind nur schwer wieder loszuwerden.

Ein Problem ist dabei auch, dass die Wissenschaft bis jetzt wenig über Bettwanzen weiß: "Bettwanzen-Forschung hat in den vergangenen Jahren nur sehr begrenzt stattgefunden", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der amerikanischen Seuchenbehörde CDC und der US-Umweltbehörde EPA, die im August veröffentlicht wurde. Da nun die Abwehrmechanismen des Insekts klarer seien, könnten neue Methoden zur Kontrolle und Bekämpfung der Bettwanzen entwickelt werden, hofft Studienautor Mittapalli.

lea/DPA / DPA
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