Biologie Bakterium als "lebendiges Antibiotikum"


Ein räuberisches Bakterium, das andere Bakterien frisst, kann einer deutsch-britischen Studie zufolge selbst als Killer gegen Krankheitserreger wirken.

Ein räuberisches Bakterium kann einer deutsch-britischen Studie zufolge selbst als Killer gegen Krankheitserreger wirken. Das Bakterium hefte sich zunächst an bestimmte Wirtsbakterien an, um dann in sie einzudringen und sie von innen zu verzehren. Das berichtet die Forschergruppe um Stephan Schuster vom Tübinger Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in der US-Fachzeitschrift "Science" (Nr. 303, S. 689) vom Freitag. Die Mikrobe sei auch ein guter Kandidat, um direkt neue Antibiotika zu liefern. Die Forscher wollen das Bakterium nun so verändern, dass es als "lebendes Antibiotikum" dienen kann.

Neben der kompletten Erbgutsequenz von "Bdellovibrio bacteriovorus" seien auch die biochemischen Reaktionen des kleinen Räubers aufgeklärt worden, mit dem er andere Bakterien tötet. Für einen Einsatz in der Medizin bringe der Einzeller eine wichtige Eigenschaft mit: Er befällt keine Säugetierzellen und ist somit für Menschen nicht bedrohlich.

Die Wissenschaftler konnten auch zeigen, dass "Bdellovibrio bacteriovorus" im Tierversuch keine Reaktion des Immunsystems hervorruft. Das Interesse der Forscher weckten zudem Enzyme, die es produziert. Diese könnten möglicherweise zu neuen anti-mikrobiellen Medikamenten verarbeitet werden. An dem Projekt waren auch Wissenschaftler der Universität Nottingham und Bielefeld beteiligt.

DPA


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