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Buckelwale: Reiselustiges Weibchen stellt Streckenrekord auf

Ein Buckelwal-Weibchen bewies auf seiner Reise zwischen zwei Brutplätzen einen langen Atem: 9800 Kilometer legte es zwischen Brasilien und Madagaskar zurück und brach damit gleich mehrere Rekorde.

Buckelwale sind vor allem für ihre spektakulären Luftsprünge und außergewöhnlichen Gesänge bekannt. Jetzt hat ein Buckelwal-Weibchen in einem ganz anderen Gebiet auf sich und seine Artgenossen aufmerksam gemacht: dem Marathon-Schwimmen. Es war auf Partnersuche und überwand auf seinem Weg von einem Brutplatz zum anderen mindestens 9800 Kilometer. Das sind ca. 4000 Kilometer mehr als für Buckelwale üblich und mehr als doppelt so viel, wie diese Spezies auf ihrer Wanderung zwischen Nahrungsgründen und Fortpflanzungsgebieten zurücklegt. Dies berichtet ein internationales Forscherteam in den "Biology Letters" der britischen Royal Society. Zugleich ist diese Reise die längste Strecke, die ein Säugetier bis jetzt aus eigener Kraft gemeistert hat.

Überraschende Reiseroute

Zwischen den beiden Brutplätzen liegt eine Strecke, die fast einem Viertel des Erdumfangs entspricht, schreiben die Forscher um Peter Stevick vom College of the Atlantic in Bar Harbor (US-Bundesstaat Maine). Außerdem durchschwamm das Weibchen ein Ozeanbecken und 90 Längengrade. Überraschend war für die Wissenschaftler auch die Route: Bisher gingen sie davon aus, dass Wale sich auf einer Nord-Süd-Achse bewegen. Im vorliegenden Fall schwamm das Säugetier aber auf einer Ost-West-Route, um einen Partner zu finden.

1999 entdeckten Wissenschaftler das Buckelwal-Weibchen (Megaptera novaeangliae) erstmals vor der Küste Brasiliens, zwei Jahre später wurde es von einem Walbeobachtungsschiff vor Madagaskar gesichtet. Dazwischen liegen fast 10.000 Kilometer. Fotos der Schwanzflosse belegten, dass es sich bei dem Wal um ein und dasselbe Tier handelt. Die Fluke der Buckelwale unterscheidet sich in Form und Färbung, so dass sie zur Identifizierung einzelner Tiere herangezogen werden kann.

Durch die Entnahme einer kleinen Hautprobe und eine anschließende genetische Untersuchung wissen die Forscher zudem, dass der reiselustige Wal weiblich ist. Dies sei eine weitere Überraschung, denn normalerweise schwimmen männliche Tiere längere Strecken als weibliche, schreiben die Wissenschaftler.

Eine eindeutige Erklärung für die Wanderlust des Walweibchens haben die Forscher nicht. Möglicherweise war es gezielt dabei, neue Lebensräume zu erkunden, vielleicht habe es sich aber auch einfach verirrt. Die Entdeckung zeige, wie flexibel die Wanderungen auch innerhalb einer Art sein können, die ihrem Brutort typischerweise treu ist.

DPA/te / DPA
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