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Gefahr für Doktorfisch: Neuer Disney-Film: Darum müssen Fische wegen "Findet Dorie" sterben

In dem neuen Disney-Film "Findet Dorie" rührt der blaue Fisch das Herz der Zuschauer. Doch das hat schlimme Folgen für die Paletten-Doktorfische, die als Vorlage für Dorie dienten: Viele werden nun gefangen oder müssen gar sterben.

"Findet Dorie" von Disney

Kommt Ende September ins Kino: der neue Disney-Film "Findet Dorie"

Der Disney-Film "Findet Dorie" könnte möglicherweise dramatische Folgen haben. Der Grund: Seit dem Filmstart in den ist die Nachfrage nach dem Paletten-Doktorfisch, dem die Filmfigur Dorie nachempfunden ist, spürbar gestiegen, wie die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet.

Der tropische Fisch werde oft mit dem Gift Cyanid gefangen. Experten warnen in der Zeitung, dass im Durchschnitt jeder zweite Fisch dabei sterbe. Auch der Lebensraum werde durch die Gift-Fischerei bedroht. Ganze Riffe in Indonesien und auf den Philippinen könnten dadurch zugrunde gehen.

Beim Paletten-Doktorfisch ist die Vermehrung in Gefangenschaft besonders schwer: "Bis vor Kurzem dachte ich, es sei vollkommen unmöglich, Doktorfische nachzuzüchten", sagte Aquaristik-Experte Andreas Kunzmann vom Bremer Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie. Doch im Juli berichteten Züchter aus Florida, dass dies geklappt habe. Bis solche Nachzuchten aber im Handel verkauft würden, vergingen noch Jahre, berichtet "Die Zeit".

Auch "Findet Nemo" hat Hype um Clownfische ausgelöst

In dem Film "Findet Dorie" geht es um den unter Gedächtnisschwund leidenden Paletten-Doktorfisch Dorie, der versucht, seine Familie wiederzufinden. Der Film kommt Ende nächster Woche in die deutschen Kinos. Vorgänger des Films ist der Streifen "Findet Nemo" (2003). Auch dieser Film hatte eine erhöhte Nachfrage an echten "Nemos" ausgelöst – teilweise wurden für die orange-weiß gestreiften Clownfische, denen Nemo nachempfunden ist, sogar Überfischungswarnungen ausgesprochen.

Auch "Findet Dorie" könnte nun zu einer Gefahr für den Paletten-Doktorfisch werden – zumal das Weihnachtsgeschäft vor der Tür steht. Bereits seit Jahren warnt das Bundesamt für Naturschutz davor, exotische Tier- und Pflanzenarten an Weihnachten zu verschenken. Stattdessen ist es ratsam, das Interesse der Kinder auf heimische Tierarten zu lenken. Diese seien meist auch einfacher in der Haltung.

Findet Dory
ikr / DPA
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