Fossilfund in China 165 Millionen Jahre alte Spinne ausgegraben


Es ist der älteste Fossilfund einer Spinne aus der Familie der Plectreuridae: Forscher haben in China eine bislang unbekannte Gattung der achtbeinigen Tiere entdeckt. Sogar die Borsten an den Beinen sind in der Versteinerung noch zu erkennen.

In China haben Forscher eine 165 Millionen alte Spinne ausgegraben. Das Fossil stammt aus dem mittleren Jura, einem geologischen Zeitalter, das vor etwa 145,5 Millionen Jahren endete. Die bislang unbekannte Spinne, die auf den Namen "Eoplectreurys" getauft wurde, begründet eine ganz neue Spinnengattung, berichten Paul Selden von der Universität von Kansas und Diying Huang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Sogar die Borsten an den Beinen seien noch zu erkennen, schreiben die Forscher im Heidelberger Fachjournal "Naturwissenschaften".

Die Spinne aus vulkanischem Tuffgestein ist mindestens 120 Millionen Jahre älter als die bislang frühesten Fossilfunde aus der Spinnenfamilie der Plectreuridae. Der Fund legt nahe, dass diese Familie früher sehr viel verbreiteter war als heute und mit der Zeit im größten Teil ihres ehemaligen Verbreitungsgebietes ausgestorben ist. Die Nachfahren der Urzeit-Spinne leben heute noch in einem allerdings sehr begrenzten Gebiet im Südwesten der USA, in Mexiko und in der angrenzenden Karibik. Sie haben sich im Laufe der Zeit wohl nur wenig weiter entwickelt, da sie dem Fossil immer noch stark ähneln.

Das griechische Wort "Eos" bedeutet "Dämmerung" und soll auf die Herkunft der heute lebenden Art Plectreurys hinweisen. Die neue Spinnenart wurde nach dem Spinnenexperten Willis J. Gertsch "Eo ys gertschi" getauft.

DPA DPA

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