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Zoo von Cincinnati: Das sagt die berühmte Affenforscherin Jane Goodall zum Gorilla-Drama

Die weltberühmte Primatenforscherin Jane Goodall zeigt sich berührt von dem tragischen Unfall im Zoo von Cincinnati. In einem Brief an den Zoodirektor deutet sie das Verhalten des getöteten Gorillas Harambe.

Jane Goodall, 82, setzt sich für den Schutz bedrohter Menschenaffen ein

Jane Goodall, 82, setzt sich für den Schutz bedrohter Menschenaffen ein

Nun hat sich auch die weltberühmte Affenforscherin und Umweltaktivistin Jane Goodall zu dem tragischen Unfall im Zoo von Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio geäußert. Die 82-Jährige hat dem Zoo-Direktor Thane Maynard eine kurze Email geschrieben, die das von der Forscherin mitgegründete "Jane Goodall"-Institut auf seiner Internetseite veröffentlicht hat.

Darin drückt die Wissenschaftlerin ihr Mitgefühl mit dem Direktor aus. Sie bedauere, dass er nun etwas verteidigen müsse, was er wahrscheinlich selbst ablehne, schreibt sie. Und weiter: "Ich habe versucht zu erkennen, was genau passiert ist. Es sieht so aus, als ob der Gorilla einen Arm um das Kind gelegt hat." 

"Dürfen die anderen Tiere trauern?"

Goodall erinnert in diesem Zusammenhang an einen Vorfall, der sich 1996 in einem Zoo in einem Vorort von Chicago zugetragen hat. Damals war dort ebenfalls ein kleiner Junge ins Affengehege gestürzt. Gerettet wurde er von der Gorilla-Dame Binti Jua, die ihn behutsam aufhob und den Wärtern übergab. Die Anspielung führt Goodall allerdings nicht näher aus. Ihren Brief schließt sie mit der Frage, wie es den anderen Tieren gehe: "Dürfen Sie ihre Trauer ausdrücken? Das erscheint mir sehr wichtig."

Jane Goodall wurde durch ihre Forschungen zum Verhalten von Schimpansen im Gombe-Stream-Nationalpark in Tansania berühmt. Sie beobachtete die Tiere über einen langen Zeitraum hinweg und förderte viele neue Erkenntnisse über ihr Wesen und ihre Fähigkeiten zutage. Für Goodall, die eigentlich Sekretärin war, war die Arbeit mit den Affen in Afrika ein Lebenstraum. Aufgrund ihrer Leistungen durfte sie - auch ohne Uniabschluss - an der University of Cambridge promovieren. Sie hat etliche Bücher geschrieben und setzt sich heute unter anderem für den Schutz bedrohter Schimpansen ein.