Meteoriteneinschlag Mini-Diamanten und die große Kälte


Der Einschlag von Meteoriten vor rund 13.000 Jahren hat möglicherweise zu einer längeren Kälteperiode geführt. Dies vermuten Forscher, die Gesteinsproben aus Nordamerika analysierten. Denn in den Brocken entdeckten sie Milliarden mikroskopisch kleiner Diamanten.

Diese winzigen Diamanten, die sich in etwa 12.900 Jahre alten Gesteinsproben fanden, können nur bei hohen Temperaturen und unter hohem Druck entstehen. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher um Douglas Kennet von der Universität von Oregon in Eugene im Fachmagazin "Science".

Bei ihren Analysen fanden die Forscher pro Kubikzentimeter Gestein bis zu einer Milliarde der zwischen 2 und 300 millionstel Millimeter großen Diamanten. Entstanden sind diese durch Kristallisation von Kohlenstoff. Die spezielle sphärische Form der Diamanten kannten die Wissenschaftler schon von anderen Meteoriten-Einschlagsstellen. Zusätzlich zu den Diamanten enthielt die oberirdische Gesteinsschicht magnetische Partikel wie Iridium und weitere Verbindungen, die auf einen Beschuss aus dem Weltall hindeuten. Der oder die Einschläge dürften einen verheerenden Flächenbrand ausgelöst haben, vermuten die Forscher.

Die Entstehung der Diamanten fällt mit dem Beginn einer etwa 1300 Jahre andauernden Kälteperiode zusammen, der sogenannten Jüngeren Dryas. Mit ihren Funden haben die Forscher weitere Belege für die These entdeckt, dass ein Meteoriteneinschlag den abrupten Klimawechsel ausgelöst hat. Der plötzliche Kälteeinbruch, bei dem die durchschnittliche Temperatur um etwa 15 Grad Celsius sank, hatte weitreichende Folgen: Viele Pflanzen- und Tierarten starben aus. In dieser Zeit begann auch der Niedergang der sogenannten Clovis-Kultur in Nordamerika, einer Kultur von Jägern und Sammlern, die jedoch für die damalige Zeit hoch entwickelt war.

DDP DDP

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