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Südwesten: Nach massenhafter Ausrottung: Es gibt wieder mehr Maikäfer in Deutschland

Maikäfer galten in Deutschland als fast ausgestorben. Einem Bericht des Naturschutzbund zufolge haben sich die Tiere vor allem im Südwesten Deutschlands wieder erholt.

Am Oberrhein kommt es zu Massenvermehrungen des Maikäfers

Am Oberrhein kommt es zu Massenvermehrungen des Maikäfers

DPA

Die großen, braunen und laut brummenden Maikäfer, die besonders Kinder faszinieren, schienen in Deutschland fast nicht mehr zu existieren. Durch das Insektizid DDT und die großen Einsammelaktionen in den 1950er Jahren wurden die Tiere nahezu ausgerottet. Inzwischen gibt es die Tiere nur noch im Südwesten Deutschlands. Im Lorscher Wald, wenige Kilometer nördlich von Mannheim, haben sich Feld- und Waldmaikäfer beispielsweise wieder erholt. So meldet es der Naturschutzbund "NABU" in einem Bericht. 

Larven gelten als Schädlinge

Nach erfolgreicher Begattung legen die weiblichen Käfer ihre Eier im Erdreich ab. Die etwa fünf Zentimeter großen Maikäferlarven entwickeln sich im Boden. Engerlinge, wie die Larven auch genannt werden, ernähren sich von den Wurzeln der Bäume, wodurch diese zum Teil absterben und nicht mehr nachwachsen können. Die Folge ist, dass viele Pflanzen sterben. Auf einen Quadratmeter kann es mehr als 100 Engerlinge geben. Waldtiere wie Vögel, Wildschweine und Fledermäuse ernähren sich von den Larven. Weil sie mit dem Fressen aber nicht nachkommen, gelten die Engerlinge des Maikäfers als Schädlinge. 

Die ausgewachsenen Käfer können In Massenaufkommen komplette Laubwälder kahlfressen. Die meisten Bäume erholen sich von dieser Fressattacke wieder und bilden mit dem Johannistrieb im Juni noch einmal Laub. Die Bäume werden dabei jedoch geschwächt. Dennoch wird diskutiert, ob Maikäfer bekämpft werden müssen.

In Maikäfer-Regionen, wie zum Beispiel am Oberrhein, gibt es alle 40 bis 50 Jahre eine Massenvermehrung des Maikäfers. Wissenschaftler haben bisher keine schlüssige Erklärung dafür gefunden. An solche großen Maikäfer-Aufkommen können sich vermutlich nur noch unsere Großeltern erinnern. 

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Bekannt aus Film und Musik

Maikäfer Sumsemann ist eine bekannte Figur aus "Peterchens Mondfahrt" – einem Märchen von Gerdt von Bassewitz. Maikäfer Sumsemann fliegt mit den Kindern Anneliese und Peter, in dessen Garten er lebt, zum Mond. Sie wollen das verlorene Bein des Maikäfers wiederholen und müssen dabei einen abenteuerlichen Weg bestehen. Aus dem Buch sind inzwischen auch Filme, Hörspiele und sogar ein Brettspiel entstanden.

Reinhard Mey widmete mit "Es gibt keine Maikäfer mehr" den Tieren ein Lied, darin heißt es:

Würd' ich heut' noch einmal loszieh'n
Blieb mein Schuhkarton wohl leer
Selbst ein guter Käferjäger
Brächte keinen Schornsteinfeger
Keinen Müller, erst recht keinen Kaiser her
Es gibt keine Maikäfer mehr
Es gibt keine Maikäfer mehr

Mittlerweile dürfte der Inhalt des Liedes nicht mehr so ganz richtig sein. 


Quelle: Nabu

ky