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SPEKTAKEL: Professor will Leiche »live« sezieren

Der wegen seiner »Körperwelten«-Ausstellungen umstrittene Professor Gunther von Hagens will nach Presseberichten in London die Leiche einer 33 Jahre alten Deutschen öffentlich sezieren.

12 Euro Eintritt

Der wegen seiner »Körperwelten«-Ausstellungen umstrittene Professor Gunther von Hagens will nach Presseberichten in London die Leiche einer 33 Jahre alten Deutschen öffentlich sezieren. Wie britischen Medien am Donnerstag melden, erwartet der Heidelberger Anatomie-Professor und Gründer des Instituts für Plastination etwa 500 Zuschauer, die für ihre Teilnahme an der »Live«-Autopsie einen Eintrittspreis von 12 Pfund (20 Euro) zahlen sollen.

Organe auf Tabletts

Von Hagens will die Zerlegung des Körpers am kommenden Mittwoch (20. November) in den

Ausstellungsräumen im Osten Londons vornehmen und über Großleinwände auch nach draußen übertragen lassen. Den Zuschauern sollen die Organe und Körperteile auf Tabletts regelrecht »unter die Nase gehalten werden«, berichtete der »Daily Telegraph«.

»Reine Sensationsmache«

Die Vereinigung britischer Anatomie-Ärzte verurteilte den Plan als »reine Sensationsmache«. Von Hagens teilte laut Presse jedoch mit, die Eltern der vor fünf Monaten gestorbenen Deutschen hätten ihn um eine Autopsie gebeten, weil sie in Deutschland angeblich abgelehnt worden sei. Die Ärztekammer Hamburg verwies darauf, dass in Deutschland rechtsmedizinische Sektionen nur bei ungeklärter Todesursache vorgenommen würden. Anatomische Sektionen seien in Hamburg nur zu Ausbildungszwecken gestattet.

Hagen sieht Aktion als »Protest«

Nach den Presseberichten sieht von Hagens seine Aktion auch als eine Art »Protest« gegen die britischen Behörden an. Diese bereiten zur Zeit ein Gesetz vor, das die Lagerung und Untersuchung von Körperteilen künftig strikter regeln soll. Die Ausstellung »Körperwelten«, die seit März in London mehr als eine halbe Million Besucher angezogen hat, schließt in Kürze. Auch in Deutschland war die Schau von vielen Menschen besucht worden.