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Stammzellforschung: Klon-Pionier aus Südkorea verurteilt

Er galt einst als Superstar der Stammzellforschung. Dann kam heraus, dass er Studien gefälscht hatte. Nun wurde der Gentechnik-Pionier Hwang Woo-Suk aus Südkorea zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Nach mehr als dreijährigem Prozess hat ein Gericht in Südkorea den Gentechnik-Pionier Hwang Woo-Suk wegen Fälschung von Forschungsergebnissen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Hwang habe Studien manipuliert und sich auf illegalem Weg Eizellen beschafft, entschieden die Richter am Montag. Zudem habe er Fördergelder für persönliche Zwecke abgezweigt. "Aber er hat gezeigt, dass er sein Verbrechen aufrichtig bereut." Das Gericht setzte die Haftstrafe gegen den Wissenschaftler für drei Jahre zur Bewährung aus. Unter Hwangs Anhängern im Gerichtsaal brach Jubel aus. Hwang und seine Anwälte äußerten sich zunächst nicht.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem mehr als drei Jahre dauernden Prozess gegen den 56-jährigen Tiermediziner vier Jahre Haft wegen Betrugs, Untreue und Verstoßes gegen das Bioethikgesetz beantragt. Hwangs Vergehen seien schwerwiegend, weil er gegen das Gesetz zur Verwendung menschlicher Eizellen verstoßen und insgesamt 830 Millionen Won (derzeit etwa 467.800 Euro) für private Zwecke veruntreut habe, zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap den Vorsitzenden Richter.

Hwang hatte mit seinen Fälschungen für einen der spektakulärsten Wissenschaftsskandale in den vergangenen Jahrzehnten gesorgt. Der Tiermediziner und seinem Forscherteam von der National-Universität in Seoul wurden zwei bahnbrechende Durchbrüche beim Klonen von Stammzellen zugeschrieben. Er galt als Pionier bei der Herstellung maßgeschneiderter Stammzellen, mit denen Krankheiten wie Alzheimer behandelt oder geschädigte Organe geheilt werden sollten. Ende 2005 flogen die Fälschungen allerdings auf. Anfang 2006 musste das Fachjournal "Science" die Studien zurückziehen. Hwang zog sich zurück, und die Regierung entzog ihm seine Forschungslizenz. Eine kleine Anhängerschar verehrt ihn trotzdem noch immer als Genie.

DPA/Reuters / DPA / Reuters
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