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Thüringen: Vogelgrippe bei Hausgans entdeckt

Erstmals dieses Jahr ist die Vogelgrippe bei einem Nutztier in Deutschland festgestellt worden. Eine Hausgans im thüringischen Wickersdorf infizierte sich mit dem hochgefährlichen Virus vom Subtyp H5N1.

Betroffen ist eine Hausgans im thüringischen Wickersdorf. Sie ist mit dem hochgefährlichen Virus vom Subtyp H5N1 befallen, wie das Friedrich-Loeffler-Institut mitteilte. Der Bundesrat verschob angesichts zahlreicher neuer Vogelgrippefälle die Lockerung der Stallpflicht für Geflügel. Die Gans wurde in einem Stall im Landkreis Saalfeld/Rudolstadt tot aufgefunden. Die Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts, Elke Reinking, sagte, die Gefahr für die Umgebung sei sehr gering, da es sich um eine abgeschiedene Hobbyhaltung handele.

In dem betroffenen Stall in Wickersdorf sind bereits neun weitere Tiere, vier Enten und fünf Gänse, vorsorglich getötet worden. Das Veterinäramt des Landkreises Mansfeld-Südharz stellte den Ausbruch der Geflügelpest bei Wildvögeln inzwischen amtlich fest. FLI-Sprecherin Reinking erklärte, das Risiko werde von "mäßig" auf "hoch" heraufgesetzt und habe damit die vierte von fünf Stufen der Risikobewertung erreicht. Um die Fundorte infizierter Vögel wurden Sperrzonen eingerichtet und eine Stallpflicht angeordnet. Nach dem Fund von rund 190 toten Wildvögeln am Stausee Kelbra an der Landesgrenze zu Thüringen war bei 38 Tieren das H5N1-Virus nachgewiesen worden. Vermutlich seien aber alle 190 Schwarzhalstaucher an der gefährlichen Form der Vogelgrippe verendet, sagte der Stendaler Tierseuchenexperte Benno Ewert. Jetzt komme es darauf an, die Hausgeflügelbestände zu schützen.

Bisher seien alle Proben von Hausgeflügel aus der Region negativ ausgefallen. Mit der Verschiebung der Lockerung der Stallpflicht entsprach der Bundesrat einer Bitte von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer. Nach der nun weiter geltenden Schutzverordnung dürfen die Behörden keine Ausnahmen von der Stallpflicht zulassen, wenn die Geflügelhaltung in einem Sperrgebiet stattfindet. Auch in unmittelbarer Nähe eines Gebiets, in dem sich wild lebende Wat- und Wasservögel versammeln, oder in unmittelbarer Nähe von Geflügelgroßbetrieben müssen Hühner, Truthähne, Enten und Gänse permanent im Stall bleiben. Geplant war, die Verordnung so zu ändern, dass die strikte Aufstallungspflicht nur noch für die Sperrgebiete gelten sollte.

DPA / DPA