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Tierischer Versuch: Die Mistkäfer und die Milchstraße

Woher weiß der Mistkäfer in dunklen Nächten in welche Richtung er seine Dungkugel rollen muss? Die Frage haben Sie sich nie gestellt? Forscher schon - und ihre Antwort ist alles andere als profan.

Der Mistkäfer, bei den Ägyptern auch als Skarabäus oder Glückskäfer bekannt, ist an sich ein recht unscheinbares Tierchen. Menschen benutzen höchstens einmal seinen Namen als Schimpfwort. Ansonsten kann er eigentlich ungestört dem nachgehen, was er besonders gerne macht: Seine Dungkugel möglichst schnell möglichst weit weg vom Dunghaufen zu rollen. Ein grober Fehler wäre es nämlich, würde das Tier versehentlich samt Kugel dorthin zurücklaufen würde. Dann droht die Gefahr, dass Artgenossen ihm die Kugel streitig machen.

Doch wie finden die Tiere eigentlich des Nachts ihren Weg? Dieser Frage haben sich Forscher aus Schweden angenommen - und herausgekommen ist alles andere als Mist. Vielmehr war es eine Sternstunde der Käferforscher, als Marie Dacke von der Lund Universität und ihre Kollegen in Schweden Käfer der Gattung Scarabaeus satyrus in einer sternenklaren Nacht im Freiland samt Dungkugel in eine kleine Arena setzten. Einigen Exemplaren hatten die Forscher Kappen aufgesetzt, so dass von oben kein Licht in ihre Augen fiel. Diese Käfer rollten ihre Kugeln nun in Schlangenlinien durch die Arena, während die Käfer, die den Himmel sehen konnten, halbwegs gerade von der Mitte der Arena zum Rand liefen. Damit lag die Vermutung nahe, dass die Käfer Lichter am Nachthimmel zur Orientierung nutzen.

Kotkugel und Kosmos

Nun könnte ja das Mondlicht eine gute Orientierungsmarke sein. Allerdings legten die Käfer auch in mondlosen Nächten recht gerade Wege zurück. Dies brachte die Forscher auf die Idee, dass die Mistkäfer auch das Sternenlicht zur Orientierung nutzen könnten. Allerdings können die kleinen Käfer die meisten Sterne mit ihren Augen nicht als einzelne Lichtpunkte wahrnehmen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Current Biology".

Um zu untersuchen, welches Sternenlicht die Käfer nutzen, fuhren die Forscher daher samt Mistkäfern und der mobilen Versuchsarena ins Planetarium von Johannesburg. Dort wiederholten sie die Versuche, während sie verschiedene Himmelsbilder leuchten ließen. So krabbelten die Mistkäfer einmal unter einem sternenklaren Himmel mitsamt der Milchstraße, ein anderes Mal nur unter der Milchstraße oder nur unter einer Auswahl verschiedener Sterne. Die Versuche zeigten eindeutig, dass die Käfer sich in mondlosen Nächten nicht an einzelnen Leitsternen orientieren, sondern an der Milchstraße insgesamt. Wenn die Sterne gut für ihn stehen, schafft es Scarabaeus satyrus also die Kotkugeln möglichst schnurgerade von dem Dunghaufen wegzurollen.

Die Forscher jubeln, dass es mit ihrer Arbeit erstmals gelungen sei, überzeugend nachzuweisen, dass ein Insekt die Sterne zur Navigation nutzt. Dass die Milchstraße als Orientierungsmarke dient, sei noch nie zuvor im Tierreich beobachtet worden. Und Profanes und Erhabenes - Kotkugel und Kosmos - waren sich wohl auch selten so nah.

lea/DPA / DPA
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