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TU München: Forschung mit giftigem Gas nach Unfall ausgesetzt

Es war ein harmloses Experiment, allerdings mit gefährlichen Folgen: Am Freitag trat in der Chemie-Fakultät der TU München hochgiftiges Phosgen aus einem Schlauch aus. Wie das geschehen konnte, ist bislang ungeklärt. Bis auf weiteres wurde die Forschung mit Phosgen ausgesetzt.

Nach dem Chemieunfall vom vergangenen Freitag hat die Technische Universität (TU) in Garching bei München die Forschung mit dem hochgiftigen Phosgen bis auf weiteres ausgesetzt. Bei dem Experiment im Labor der Chemie-Fakultät war das Gas aufgrund eines technischen Defekts ausgetreten. Wie sich ein Schlauch von der Versuchsanlage lösen konnte, ist laut Polizei noch immer unklar. Das Labor sei jedoch inzwischen wieder geöffnet, in der Universität herrsche normaler Betrieb, sagte ein TU-Sprecher am Montag.

Am Freitagabend, kurz vor dem Beginn des Wochenendes, hatten Wissenschaftler in einem Labor auf dem Campus in Garching einen Versuch durchführen wollen. Doch schon kurz nachdem sie das Experiment begonnen hatten, machte sich nach Angaben einer Universitätssprecherin ein fauliger Geruch im Labor breit und sie spürten ein Stechen im Hals. Minuten später fuhren mit Alarmsirenen die ersten Rettungsfahrzeuge vor. Ein Schlauch am Versuchsapparat hatte sich gelöst und Phosgen war ausgetreten, ein extrem gefährliches Atemgift, das im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

Die Werkfeuerwehr der Universität evakuierte das komplette Laborgebäude. 40 Menschen wurden zur Beobachtung in Krankenhäuser gebracht. Zwei Wissenschaftler hatten schwere Vergiftungen erlitten. Sie wurden seitdem auf der Intensivstation des Münchner Klinikums Rechts der Isar behandelt. Der Lehrstuhlmitarbeiter und seine Assistentin werden voraussichtlich noch zwei weitere Tage auf der Intensivstation bleiben, sagte der Leiter der toxikologischen Abteilung, Thomas Zilker, auf Anfrage. "Eine dauerhafte Schädigung der Lunge kann ich zu 90 Prozent ausschließen. Dazu war die Belastung zu gering." Ein Student befindet sich noch in stationärer Behandlung, sollte aber noch heute entlassen werden.

DPA / DPA
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?