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UN-Artenschutzkonferenz: Was kostet die Welt?

Bis zum Abschluss der UN-Artenschutzkonferenz geht es auch ums Geld - denn die Einrichtung von Naturschutzgebieten, der Erhalt von Wäldern und die Forschung zur Artenvielfalt müssen finanziert werden. Dazu wurde in einer Studie erstmals versucht, den Wert der Natur zu beziffern.

Wie viel Geld muss man für den Naturschutz aufbringen? Bundeskanzlerin Angela Merkel versprach auf der UN-Artenschutzkonferenz, dass Deutschland in den kommenden Jahren 500 Millionen in den Schutz der Regenwälder investieren will, ab 2013 soll diese Summe sogar jährlich bereit gestellt werden. Viel Geld. Aber wie viel ist - auf der anderen Seite - die Natur eigentlich wert?

Die Folgekosten der Naturzerstörung

Das sollte man in Zukunft besser berechnen - so das Fazit einer internationalen Studie, die am 29. Mai auf der Artenschutzkonferenz präsentiert wurde. Die Natur stelle viele Dienstleistungen bereit, die bisher nicht bemessen worden seien, sagte Finanzökonom Pavan Sukhdev, der die Studie leitete. Er bezifferte allein die Kosten des Waldverlusts bis 2050 auf sechs Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts - das wären zwei Billionen Euro. Dieses "Naturkapital" solle künftig berücksichtigt werden, wenn es um Nutzung und Zerstörung natürlicher Ressourcen gehe.

Wenn nicht rasch gegen die fortschreitende Zerstörung von Lebensräumen und Ökosystemen gehandelt und dafür auch Geld investiert werde, seien die wirtschaftlichen Folgekosten weit größer und gefährdeten auch das Überleben der Menschheit, betonte Sukhdev. Wenn so weiter gewirtschaftet werde wie bisher, würden die Verluste für die Weltwirtschaft immens ansteigen.

Viele Streitpunkte

Die Minister, die nun in Bonn tagen, werden sich bis zum Abschluss der Konferenz auch mit Finanzfragen beschäftigen - denn hier herrscht noch Uneinigkeit. Strittig sind jedoch auch andere Themen: Ein Streitpunkt ist etwa, inwieweit man die Wechselwirkungen von Klima- und Artenschutz in Betracht zieht.

Nach Angaben aus Verhandlungskreisen gab es aber Debatten über umstrittene Projekte zur Düngung von Meeren, um deren Kohlendioxid-Speicherfähigkeit zu erhöhen. Auch wurde keine Verständigung über ein Moratorium für die Freisetzung genveränderter Bäume erreicht. Ebenfalls nicht in Sicht war eine Vereinbarung über gemeinsame Nachhaltigkeitskriterien für die Herstellung von Biokraftstoffen.

Die Delegierten wollen unter anderem ein Verhandlungsmandat für ein Abkommen gegen Biopiraterie beschließen. Bis 2010 soll dann ein gerechter Vorteilsausgleich für die Nutzung genetischer Ressourcen vereinbart werden. Zudem geht es um weitere Schritte zur Ausweisung eines Netzes von Schutzgebieten, um dem weltweiten Artensterben Einhalt zu gebieten.

AFP/AP/DPA/bub / AP / DPA
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