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USA: Pick-up zieht toten Delfin über Strand – Badende empört

Ein toter Delfin treibt in den USA an den Strand. Park Ranger kümmern sich um den Abtransport des Kadavers. Doch wie sie es tun, schockt wohl nicht nur Tierfreunde in Ventura Beach.

Hinter einem weißen Pick-up wird ein toter Delfin bei Ventura über den Strand gezogen

Kein schöner Anblick: Mit einem Pick-up ziehen Rettungsschwimmer einen toten Delfin über den Strand von Ventura im US-Bundesstaat Kalifornien

Langsam rollt der weiße Pick-up über den Sand. Schließlich sind am Wochenende des 4. Juli – dem amerikanischen Unabhängigkeitstag – viele Badegäste am Strand von Ventura, US-Bundesstaat Kalifornien. Doch die langsame Fahrt hat noch einen zweiten Grund: An der Anhängerkupplung des Geländewagens mit der Aufschrift "California State Parks" hängt ein Seil. Und an dem Seil hängt ein toter Delfin.

Gefilmt hat die Szene vom Sonntag laut US-Medien Justin Avila. "Da waren vier Park Ranger", sagte Avila der "L.A. Times". Sie hätten den Delfin auf die Ladefläche heben können, hätten sich aber entschieden, das Tier anzubinden und wegzuziehen. "Es war verstörend", schrieb Avila in einer Mail an den lokalen TV-Sender KTLA 5. Laut dem Fernsehsender war Avila sehr überrascht, dass die Behörden den Kadaver an seinen eigenen und anderen jungen Kindern vorbeiziehen ließen. Seiner Meinung nach hätte das tote Tier auf der Ladefläche des Trucks wesentlich diskreter abtransportiert werden können.

Behörde in den USA verteidigt Vorgehen

Ein Behördensprecher verteidigte das Vorgehen der Park Ranger gegenüber KTLA 5: "Die effiziente Entfernung dieses Delfins war unser bestes Bestreben, mit einer schwierigen Situation umzugehen", schrieb Hafenmeister John Higgins in einer Mail an den TV-Sender. Hätten die Park Ranger das tote Tier aufgeladen, hätte der Pickup desinfiziert werden müssen – wodurch er für andere Einsätze etwa bei medizinischen Notfällen nicht zur Verfügung gestanden hätte.

"Die andere Möglichkeit wäre gewesen, den Kadaver an Ort und Stelle zu lassen über das Wochenende und womöglich noch länger", so Higgins zu KTLA. Hätte ein Boot den toten Delfin zurück ins Meer gezogen, wäre er wieder angespült worden.

Behörde überdenkt Abschlepp-Praxis

Die Entscheidung sei so getroffen worden, um möglichst wenig Personal für die Bergung des toten Tieres einzusetzen. Anscheinend ist man bei der Behörde aber wegen des Aufsehens doch ins Grübeln gekommen. Higgins sagte KTLA, seine Behörde werde die Abschlepp-Praxis überdenken und überlegen, "den Abtransport verstorbener Tiere für die Öffentlichkeit angenehmer zu gestalten." 

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tkr