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Vatikan: Keine Entschuldigung bei Charles Darwin

Kirche und Evolution - das passt nicht zusammen . Der päpstliche Kulturrat hat Forderungen, der Vatikan solle sich posthum bei Charles Darwin entschuldigen, zurückgewiesen. Geschichte dürfte kein "ewig tagendes Tribunal" sein, sagte ein Erzbischof.

Der Vatikan sieht keinen Grund für eine posthume Entschuldigung bei dem Briten Charles Darwin für die kirchlichen Kontroversen um dessen 150 Jahre alte Evolutionstheorie. Das machte der Präsident des Päpstlichen Kulturrates, Erzbischof Gianfranco Ravasi, in Rom bei der Vorstellung eines Kongresses im März 2009 zu dem Hauptwerk von Darwins Abstammungstheorie deutlich.

"Seine Evolutionstheorie ist nicht von vorneherein unvereinbar mit der Lehre der katholischen Kirche und mit der Botschaft der Bibel", sagte Ravasi. Er nahm damit zu einem Aufruf aus der Anglikanischen Kirche von England Stellung, wonach die Kirche sich entschuldigen sollte, weil sie Darwins Theorie damals missverstanden habe.

Im Gegensatz zu vielen protestantischen Christen habe die katholische Kirche Darwin oder sein 1859 veröffentlichtes Werk über die Entstehung der Arten nie verurteilt, erläuterte der Erzbischof. Sein Buch sei auch nie auf einen Index missliebiger Bücher gesetzt worden. "Vielleicht sollten wir diese Angewohnheit aufgeben, uns zu entschuldigen", meinte Ravasi, denn Geschichte könne auch nicht als ein ewig tagendes "Tribunal" angesehen werden. Selbstverständlich beackerten Theologie und Wissenschaft unterschiedliches Terrain.

Darwin hatte über die Evolution der Arten und damit auch des Menschen über einen Zeitraum von Hunderttausenden von Jahren geschrieben, während Gott nach der Bibel die Welt in sieben Tagen erschuf. Darüber sollen internationale Fachleute im März in Rom unter der Schirmherrschaft des Päpstlichen Kulturrates diskutieren.

DPA