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Wespen: Der Duft, der Männchen betört

Geht es um die Liebe fürs Leben, schrecken Lagererzwespen vor keinen Tricks zurück: Sie versprühen weibliche Sexuallockstoffe, um Nebenbuhler zu betören - und damit aus dem Rennen zu schlagen.

Mit den "Waffen der Frauen" tricksen bestimmte Wespenmännchen die Konkurrenz aus. Männliche Lagererzwespen (Lariophagus distinguendus) produzieren weibliche Sexuallockstoffe, um ihre Nebenbuhler auf eine falsche Fährte zu locken. Der Hintergrund: Wespenweibchen paaren sich nur einmal im Leben und für die Männchen herrscht somit hoher Konkurrenzdruck. Das berichten Biologen der Freien Universität Berlin.

Warten auf die Gelegenheit

Die weiblichen Lagererzwespen legen ihre Eier an die Larven von Käfern, die sich im Innern von Getreidekörnern entwickeln. Schon im Puppenstadium produzieren die Wespenweibchen einen Sexuallockstoff, um die früher schlüpfenden Männchen anzulocken: Die schnellsten Männchen warten deshalb meist schon auf den Getreidekörner, um als erste zum Zuge zu kommen.

Ausgeklügelte Strategie

Hiergegen haben die männlichen Spätentwickler jedoch eine ausgeklügelte Strategie entwickelt, berichtet das Forscherteam um Joachim Ruther: Die Männchen in den Weizenkörnern entwickeln ebenfalls weibliche Lockstoffe, und führen einen Teil der schnellen Konkurrenz somit in die Irre, um die eigenen Chancen zu erhöhen.

Nach dem Schlüpfen bauen die Männchen diese Lockstoffe - anders als die Weibchen - allerdings binnen 24 Stunden ab. "Wahrscheinlich, um nicht von irregeleiteten Männchen belästigt zu werden", schließen die Forscher. Die Originalstudie stellen die Forscher im Fachblatt "Behavioral Ecology and Sociobiology".

DPA / DPA