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Wetter: "Es ist nicht ausgeschlossen, dass es schneit"

In der zweiten Januarhälfte wird es Winter in Deutschland - zumindest vielleicht, prognostiziert Wetterexperte Jörg Kachelmann. Auf stern.de erklärt er, wie er darauf kommt, und ob wir uns an Winter ohne Schnee gewöhnen müssen.

Herr Kachelmann, wann kommt er denn endlich, der Winter?

Schwer zu sagen. In der zweiten Kalenderwoche wohl eher nicht. Die gute Nachricht: Anschließend könnte die Kälte kommen.

Könnte...

Es ist zumindest nicht mehr ausgeschlossen. Unsere Computer werden ständig mit Daten gefüttert und rechnen dann 50 verschiedene Modelle durch - jeweils für die kommenden 15 Tage. Demnach ist zwar weitaus wahrscheinlicher, dass es warm bleibt. Aber es ist eben nicht mehr ausgeschlossen, dass es schneit.

Das nennen Sie eine gute Nachricht?

Kachelmann: Naja, die vergangenen Wochen über kam bei keinem der Computermodelle Winterwetter raus. Jetzt gibt es zumindest einzelne Modelle mit Kälte in Hamburg und Schnee in München.

Britische Forscher kündigen ein extrem warmes Jahr an. Mit 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit, sagen sie, wird es sogar das heißeste seit 150 Jahren.

Das mag für das gesamte Weltklima richtig sein. Für das regionale Wetter sagen solche Prognosen aber wenig aus. Nehmen wir den Winter im Vorjahr: Schneemassen im Flachland bis in den März hinein. Und was haben die Leute gestöhnt und die Zeitungen getitelt! Dabei war es fast überall auf der Welt auch im vergangenen Winter zu warm. Westeuropa war nur eine kleine Kälteinsel.

Also müssen wir uns an Winter ohne Schnee gewöhnen?

Es wird tendenziell seltener schneien. Aber trotzdem kann es auch immer wieder viel Schnee geben - vielleicht sogar wie 1947 oder 1963, als der Rhein zugefroren ist. Aber extrem kalte Winter werden unwahrscheinlicher.

Interview: Matthias Thiele
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