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Wirbelsturm: Tödlicher Taifun

Mit 216 Stundenkilometern über die koreanische Halbinsel: Der Taifun "Maemi" hat eine Spur der Verwüstung durch Südkorea gezogen und mindestens 50 Menschen das Leben gekostet. Tausende Menschen mussten Schutzräume aufsuchen.

Der Taifun "Maemi" hat in der Nacht zum Samstag in Südkorea eine Spur der Verwüstung hinterlassen und mindestens 50 Menschen in den Tod gerissen. 25 Personen wurden nach Angaben des staatlichen Katastrophenschutzes in Seoul bis zum Abend noch vermisst. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Opfer weiter steigt, da die Kommunikation mit zahlreichen abgelegenen Ortschaften abgebrochen war.

Die Mehrzahl der Opfer ertrank, kam bei Erdrutschen oder durch Stromschläge ums Leben. Bei der Kollision eines Fischerboots mit einem Tanker vor der Küste der Provinz Süd-Kyongsang starben mindestens 15 Menschen. Nach Fernsehberichten starben durch die verheerenden Auswirkungen des Wirbelsturms mehr als 100 Menschen.

Tausende mussten Häuser verlassen

Straßen und Felder sowie ganze Wohnsiedlungen standen unter Wasser. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Das Fernsehen zeigte Bilder, wie Bewohner und Helfer Wasser aus Gebäuden pumpten oder den Schlamm aus den Häusern schafften.

Insgesamt 1,4 Millionen Haushalte waren nach Behördenangaben zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten. Fünf Atomkraftwerke an der Südostküste mussten vorübergehend abgeschaltet werden.

"Ich habe noch nie solche hohen Wellen gesehen", sagte ein Fischer im Fernsehen. Selbst große Schiffe und Autos hielten den Windböen nicht Stand. Bäume und Strommasten stürzten um. Ein Personenzug entgleiste wegen eines Erdrutsches im Ostteil des Landes. 24 Passagiere wurden dabei leicht verletzt.

In der Küstenstadt Busan an der Südostspitze des Landes knickten Hafenkräne um. In Masan an der Südküste vermuteten die Behörden unter einem von Erdmassen vergrabenen Gebäude noch etwa zehn Menschen.

Mit 216 Stundenkilometern über die koreanische Halbinsel

"Maemi" war am Freitagabend mit bis zu 216 Stundenkilometern über die koreanische Halbinsel gerast, bevor er in Richtung Japanisches Meer fegte und sich abschwächte. "Der Sturm war bei weitem der mächtigste Taifun, seitdem wir 1904 mit den Aufzeichnungen von Wetterdaten begonnen haben", zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap einen Beamten des Wetterdienstes.

Der Hurrikan "Isabel" hat sich am Samstag im Atlantik leicht abgeschwächt. Wie das nationale Hurrikan-Zentrum im US-Bundesstaat Florida mitteilte, stellt der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde aber weiter eine Bedrohung dar. Am Samstag früh (Ortszeit) war er 700 Kilometer von Puerto Rico entfernt. Das US-Außenministerium hatte am Vortag amerikanische Bürger vor Reisen auf die Bahamas südlich von Florida gewarnt.

"Isabel" war bis Freitag als Hurrikan der Stärke fünf eingestuft, wurde aber nach Medienberichten vom Samstag auf vier abgestuft. Mit einer Stärke fünf wäre er der stärkste Atlantik-Sturm seit fünf Jahren. Damals war der Hurrikan Mitch über Mittelamerika und Florida gerast. Dabei starben nach amerikanischen Medienberichten in Mittelamerika 9000 Menschen durch Überflutungen und Schlammlawinen.

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