Zoos legen Streit bei Eisbär Knut bleibt in Berlin


Das Gezerre hat ein Ende: Deutschlands berühmtester Eisbär bleibt in der Hauptstadt. Nach langem Streit verzichtet der Tierpark Neumünster nun doch auf die Rechte an Knut - und bekommt dafür vom Berliner Zoo eine sechsstellige Entschädigung.

Eisbär-Star Knut darf nach langem Streit in der Hauptstadt bleiben. Man habe sich einvernehmlich geeinigt, erklärten der Tierpark Neumünster und der Zoo Berlin am Dienstag. Laut einem Bericht der Zeitung "B.Z." wurde vereinbart, dass Berlin dafür 430.000 Euro an Neumünster zahlt. Die Zoos Berlin und Neumünster hatten seit Monaten erbittert um die Millionen-Einnahmen aus dem Geschäft mit Eisbär Knut gestritten. Vor dem Landgericht Berlin bot der Hauptstadt-Zoo Mitte Mai 350.000 Euro, damit der pelzige Star endgültig in Berlin bleibt. Neumünster forderte aber 700.000 Euro. Das Gericht setzte beiden Seiten eine Frist bis zum 13. Juli, um sich zu einigen - was nun gelang. Details wollen die Zoos am Mittwoch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekanntgeben.

Der Zoo Neumünster meldete Ansprüche auf die Einnahmen aus dem Geschäft mit dem Eisbären an, weil Knuts Vater Lars den Berlinern lediglich zu Zuchtzwecken bereitgestellt wurde. Als erstes Jungtier aus dieser Zucht gehört Knut laut Vertrag angeblich dem Tierpark Neumünster. Eigentliches Streitthema war die Frage, ob der Berliner Zoo verpflichtet ist, Auskunft über Lizenzeinnahmen mit Knut zu geben. Während des Prozesses machte das Gericht dann aber beiden Seiten den Vorschlag, über einen Verkauf nachzudenken.

Unstrittig ist, dass das einstmals weiße Fellbündel dem Berliner Zoo die Zuschauer in Massen zuführte. 2007 zählte der Zoo mehr als drei Millionen Besucher, 27 Prozent mehr als 2006. Der Bilanzgewinn betrug insgesamt rund 6,8 Millionen Euro. Im Jahr 2007 soll der Berliner Zoo nach Angaben der Kläger aus Neumünster allein eine Million durch die Vermarktungsrechte eingenommen haben.

Knut wurde am 5. Dezember 2006 geboren. Das damals 810 Gramm leichte Eisbärenbaby avancierte zum Weltstar. Seine Mutter Tosca hatte ihn und ein zweites Jungtier nach der Geburt verstoßen. Das zweite Baby starb, bei Knut übernahm daraufhin Thomas Dörflein die Pflege. Der inzwischen verstorbene Tierpfleger gab dem schneeweißen kleinen Burschen Tag und Nacht die Nuckelflasche, rieb ihn mit Babyöl ein und spielte ihm zum Einschlafen Lieder auf der Gitarre vor.

Die Geschichte des hilflosen, kleinen, tapsigen Eisbärbabys berührte Menschen auf der ganzen Welt. Inzwischen ist Knut über zwei Jahre alt und aus dem flauschigen Bärenbaby ist ein stattlicher Bursche mit schmutziggrauem Fell geworden. Ausgewachsene Eisbären wiegen rund 650 Kilo, sind Einzelgänger und gefährlich.

AP


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