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Studie Das Geheimnis hinter der kalten Nase: Können Hunde Wärme "riechen"?

Das Geheimnis hinter der kalten Nase: Können Hunde Wärme "riechen"?
Die feuchte, kalte Nase ist in vielerlei Hinsicht eine Wunderwaffe des Hundes
© Aladino Gonzalez / Getty Images
Forscher aus Schweden und Ungarn wollen eine besondere Jagdfähigkeit von Hunden entdeckt haben, mit der die Vierbeiner warme Objekte lokalisieren können. Den Anstoß zu den Untersuchungen gab ihre feucht-kalte Nase.

So eine Hundenase hat schon etwas Eigenartiges an sich. Unzählige Nervenbahnen laufen in ihr zusammen, sie ist bis zu 100 Millionen Mal empfindsamer als die menschliche Nase, dazu ist sie immer feucht und kalt. Letzteres ist dem Hund eigen in der Welt der Säugetiere. Zwar haben auch viele andere Tiere nackte, glatte Haut an den Nasenspitzen und im Bereich der Nasenflügel, aber bei keinem anderen ist diese Haut deutlich kälter als die Umgebungstemperatur. Forscher wollen nun herausgefunden haben, dass sich genau in dieser Besonderheit eine gewinnbringende Fähigkeit von Hunden versteckt. Sie gehen davon aus, dass Hundenasen schwache Wärmestrahlungen von Lebewesen wahrnehmen können.

Damit könnte ein weiteres Geheimnis rund um die Sinneswahrnehmungen von Hunden aufgeklärt sein. Bisher war es Forschern nämlich schleierhaft, warum Hunde mit Seh-, Hör- und Geruchsstörungen immer noch erfolgreich jagen können. Die Fähigkeit, schwache, strahlende Wärme zu spüren, ist nur bei einer Handvoll Tieren bekannt: schwarzen Feuerkäfern, bestimmten Schlangen und einer einzigen Säugetierart, der gewöhnlichen Vampirfledermaus. In allen Fällen wird diese Fähigkeit zur Jagd auf Beute verwendet.

Der Hundenase auf der Spur

Aber schauen wir uns das mit der Nase noch einmal genauer an: Die Forscher der schwedischen Universität Lund und der ungarischen Eötvös Loránd Universität in Budapest gingen davon aus, dass die Kälte der Hundenase für eine empfindsame Wahrnehmung von Wärmestrahlung spricht. Um ihre These zu prüfen, trainierten sie drei Hunde auf das Anzeigen von Wärme. Anschließend stellten sie zwei identische Objekte nebeneinander, eines mit Raumtemperatur, das andere 31 Grad warm. Die Hunde konnten den Unterschied zwischen diesen Objekten nicht sehen oder riechen. Aus etwa eineinhalb Metern Entfernung sollten sie nun das wärmere Objekt anzeigen – und es gelang ihnen fast immer.

Als nächstes scannten die Wissenschaftler das Gehirn von 13 Hunden verschiedener Rassen per Magnetresonanztomographie (MRT) und präsentieren den Tieren Objekte mit neutraler oder schwacher Wärmestrahlung. "Wir haben getestet, ob wir einen Bereich im Gehirn finden können, der eine höhere Aktivität zeigt, wenn sie einem wärmeren als einem kälteren Objekt ausgesetzt sind", erklärte Hauptautorin Anna Balint gegenüber Reuters. Und tatsächlich reagierte der Teil im Gehirn, der für die Reize der Nase zuständig ist, stärker bei dem warmen Objekt als bei dem neutralen. 

Die Forscher vermuten, dass Hunde diese Fähigkeit von ihrem Vorfahren, dem grauen Wolf, geerbt haben, der so möglicherweise während einer Jagd warme Körper ausspähte.

Quellen: Scientific ReportsReuters

sve

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