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Hogesa-Demo in Köln: Polizei identifiziert Trägerin des Auschwitz-Shirts

Eine junge Frau trug auf der "Hooligans-gegen-Salafisten"-Demo vergangenen Herbst in Köln ein Auschwitz-Shirt. Jetzt ist es der Polizei gelungen, sie und ihren Freund zu identifizieren.

Verdacht der Volksverhetzung: "Das hat mein Mann gemacht"

Verdacht der Volksverhetzung: "Das hat mein Mann gemacht"

Nur einen Tag, nachdem die Kölner Polizei das Fahnungsfoto veröffentlicht hat, meldet sie einen Erfolg. Die Trägerin des Auschwitz-Shirts auf der "Hooligans-gegen-Salafisten"-Demo im Oktober 2014 in Köln ist identifiziert. "Es gab rund 30 Hinweise aus der Bevölkerung, mehrere davon führten zur Ermittlung des Paares", sagte ein Polizeisprecher. Das Paar steht im Verdacht, sich der Volksverhetzung strafbar gemacht zu haben. Sie müssen sich nun in einem Strafverfahren verantworten.

Die Frau war mit ihren Freund auf der sogenannten Hogesa-Demo im vergangenen Jahr durch die Kölner Innenstadt gezogen und hatte dem Reporter des Online-Magazins "Vice" vor der Videokamera auf Fragen geantwortet. Sie trug ein T-Shirt mit der Aufschrift "University Auschwitz, EST 1941". Außerdem ist die Aufschrift "Genetics, Ethnogency, Final Solution" auf dem Kleidungsstück zu erkennen, was so viel wie "Genetik, Rassenkunde, Endlösung" heißt - alles Begriffe, die ganz dem Jargon der Nationalsozialisten entsprechen. Dazu ist eine weiße Silhouette des Konzentrationslagers zu sehen.

"Ich habe keine Ahnung"

Auf die Frage, was denn die "Auschwitz University" sei, antwortete die Frau: "Gute Frage, das hat mein Mann gemacht. Ich hab keine Ahnung." In diesem Moment scheint dem Mann aufzugehen, dass die Aufschrift die Hooligans-Demonstration in kein gutes Licht rückt. "Das ist vielleicht nicht gerade dafür, sage ich mal, fördernd, dass wir nichts in die rechtsradikale Szene gedrängt werden", stottert er ins Mikrofon. Auf der Kundgebung wolle er bloß für sein Land einstehen und sei nicht rechtsradikal, erklärt der Hooligan weiter.

Bei dem Aufmarsch hatte es schwere Ausschreitungen gegeben. Fast 50 Polizisten wurden leicht verletzt. Wegen der Krawalle erhob die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Köln bislang insgesamt drei Anklagen, außerdem erhielten mehrere Teilnehmer der Demonstration bereits Strafbefehle mit Geldstrafen. Es wurden insgesamt 330 Strafanzeigen gefertigt, davon 200 gegen unbekannt. 130 Tatverdächtige wurden demnach identifiziert.

tis
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