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Indien: Mindestens 142 Tote bei schwerem Zugunglück

Die Zahl der Toten ist bei dem Zugunglück in Nordindien auf 142 gestiegen. Rettungskräfte suchen weiter nach Überlebenden. Die Regierung sucht nach den Verantwortlichen und hat Kompensationszahlungen für die Angehörigen angekündigt.

Zugunglück in Indien, nahe der Hauptstadt Neu Delhi

Rettungskräfte bei der Arbeit nach dem Zugunglück in Indien

Die Zahl der Todesopfer des entgleisten Zuges in Nordindien liegt am Montagmorgen bei 142, wie die Polizei des Bundestaates Uttar Pradesh bekanntgegeben hat. Die indische Regierung kündigte nach dem schwersten Zugunglück seit Jahren ein hartes Vorgehen gegen die Verantwortlichen an. "Viele Menschen haben ihr Leben verloren oder wurden verletzt", sagte Ministerpräsident Narendra Modi. "Die Regierung in Neu Delhi wird in der Sache ermitteln."

Der indische Bahnminister Suresh Prabhu kündete ebenfalls eine umfassende Untersuchung an. "Wir werden so hart wie möglich gegen diejenigen vorgehen, die für den Unfall verantwortlich sein könnten", schrieb er auf Twitter.

Kompensationszahlungen für Angehörige der Opfer

Kurz nach 3 Uhr Ortszeit war am Sonntagmorgen ein Fernzug in Uttar Pradesh in der Nähe der Ortschaft Pukhrayan entgleist. Mindestens 14 der 23 Waggons sprangen von den Schienen. Drei davon wurden völlig zerstört. Bis zu 2500 Passagiere waren laut Angaben der Bahn zu diesem Zeitpunkt in dem Zug. Aus dem Bahnministerium hieß es, dass marode Schienen den Zug zum Entgleisen gebracht haben könnten.

Bis zum Montagmorgen suchten Rettungskräfte weiter nach Überlebenden. Manche zerstörte Waggons mussten mit Metallschneidern geöffnet werden. "Einige kleine Teams werden auch heute noch weiter an zwei der Waggons arbeiten, die sich aufeinander geschoben haben", sagte Bahnsprecher Anil Saxena am Montagmorgen.

Das Büro des Premierministers, das Bahnministerium und die Regierungen der beiden Bundesstaaten, durch die der Zug fährt, kündigten Kompensationszahlungen für die Betroffenen an. Insgesamt sollen Angehörige der Todesopfer pro Fall 1,25 Millionen Rupien (rund 17 300 Euro) erhalten.

Indien erleidet regelmäßig Zugunglücke

Die Staatsoberhäupter der umliegenden Länder wie Bangladesch und Nepal drückten noch am Tag des Unfalls ihr Beileid für die Opfer aus.
Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini äußerte sich dazu: "Die Europäische Union steht bei der Bewältigung dieser Krise hinter den Behörden und Menschen in Indien."

Indiens Bahn transportiert jeden Tag rund 23 Millionen Menschen in mehr als 12 000 Zügen. Das mehr als 90 000 Kilometer lange Schienennetz wird oft als "Lebensader der Nation" bezeichnet, da Inder aller Kasten und Klassen es benutzen. Seit der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 wurden kaum neue Gleise verlegt, da die Bahn damit beschäftigt ist, das vorhandene Netz zu erhalten. Jährlich müssen rund 4500 Kilometer erneuert werden. Immer wieder kommt es bei der indischen Bahn zu Unfällen mit vielen Toten.

mrk / DPA