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60 Jahre Israel: Was ist hier schon normal?

In Israel sterben mehr Menschen durch Verkehrsunfälle als durch Anschläge. Und während Jerusalem frömmelt, feiern 63 Kilometer weiter die Reichen und Schönen in Tel Aviv. Zum 60. Jahrestag des Staats porträtiert stern.de in einer Serie den Alltag in einem Land der Extreme.

Von Niels Kruse, Tel Aviv

Warum nicht mal mit 70 durch den engen Kreisverkehr? Das Auto an der Vorderstoßstange kann das doch auch. Falls nicht, gibt's halt was auf die Hupe und dazu ordentlich aufs Gaspedal - der andere wird schon auf der Strecke bleiben. Es gilt auch: Fußgänger werden kurzerhand vom Zebrastreifen weggehupt. Oder angepflaumt. Manchmal auch beides. Vornehme Zurückhaltung gilt auf Israels Straßen wenig.

Einige nennen die Bewohner deshalb die schlechtesten Autofahrer der Welt und es heißt, wenige Israelis würden dem widersprechen. Wer hier eines unnatürlichen Todes stirbt, tut das nicht allein wegen des Krieges oder der Attentate, sondern wird schlicht von oder in einem Auto über den Haufen gefahren. Auch das eine Statistik aus dem Alltag in Israel.

Keine Perle der Architektur

Der orthodoxe Jude im Fahrstuhl hat schon Recht, wenn er mehr feststellt als fragt: "Israel ist ganz anders als in den Nachrichten, oder?" Es ist vor allem klein. Winzig, genau genommen: gerade einmal so groß wie Hessen. Und es riecht gut: nach Zitronen und Orangen, nach Meer. In Tel Aviv sind einige Straßen so dicht mit Palmen und Oleander bewachsen, dass deren Blätter an der Nase kitzeln. Klingt idyllischer, als es aussieht, denn eine Perle der Architektur ist die Stadt nicht gerade - trotz einiger weniger schönen Bauhaus-Ecken. Zwischen der Skyline mit seinen Glastürmen steht eingezwängt und hochgestapelt, graue Betonplatte aus den 60er und 70er Jahren.

Rund eine Millionen Menschen leben in und in der Nähe der "Stadt, die niemals schläft", wie sie genannt und deswegen von den strenggläubigen Juden verachtet wird. In diesem "Sündenpfuhl" kümmern sich nicht viele um die Vorschriften des Judentums. Schon gar nicht um dem Sabbath, dem Tag, an dem alles ruhen muss. Gerade freitagabends und samstags ist in Tel Aviv die Hölle los: Dann flüchten alle ans Mittelmeer mit ihren Bars, Clubs, Cafés und Restaurants und feiern sich die Nächte um die Ohren, als gebe es kein Morgen.

"In Israel planen die Leute nicht groß"

Vielleicht gibt es den auch irgendwann einmal nicht mehr. Israel liegt eingequetscht zwischen Nachbarn, die mehr Feind als Freund sind. Selbst die ultraorthodoxen Juden im eigenen Land lehnen den Staat ab. Es war einer von ihnen, der 1995 den damaligen Ministerpräsidenten und Versöhner Yitzack Rabin erschoss. Bis heute blockieren die Radikalen auf Seiten der Muslime und der Juden jeden noch so winzigen Kompromiss, der den mehr als Jahrzehnte währenden Dauerkriegszustand ändern könnte.

Wenn jeder Tag der letzte sein könnte, verwundert es nicht, dass die Menschen in Tel Aviv trotzig in jeden einzelnen davon hinein leben. "In Israel planen die Leute nicht groß", sagt Marlies Denter, vom Frankfurter Jugendbildungswerk, die regelmäßig das Land beruflich bereist. "Gerade eben streiten sie sich über ihren Konflikt mit den Palästinensern, und dann plötzlich reißt es sie von den Hockern, um Tanzen zu gehen." Das sei völlig normal.

Was ist Israel?

So normal wie die Militärhubschrauber, die im 15-Minuten-Takt über dem Strand von Tel Aviv Patrouille fliegen. So normal wie der Raketenbeschuss Aschkelons, 40 Kilometer weiter südlich, durch die Hamas. So normal wie die obligatorischen Sicherheitskontrollen vor den hier so beliebten Einkaufszentren. So normal wie das nonchalante Flanieren der Schönen und Reichen durch die City, so normal wie die wunderschönen Frauen in Soldatenuniform, die Zehntausende von immigrierten Russen und den Horden von Touristen.

Was ist das also für ein Land, dieses Israel? Wo der Krieg zum Alltag gehört? Wo zwischen Jerusalemer Frömmigkeit und Tel Aviver Frevel 63 feinste Autobahnkilometer liegen? Wo so viele Kinder wie in keinem anderen westlichen Land zur Welt kommen? Jetzt feiert der Staat seinen 60. Geburtstag. stern.de porträtiert in einer Serie den Alltag des kleines Landes: vom Alltag an der Mauer in Jerusalem, über die Arbeit einer Streetworkerin für Kinder, bis zur Frage, was den Zauber israelischer Frauen ausmacht.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(