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Appell via Youtube Diplomatenfrauen fordern Eingreifen von Asma al Assad


Sie soll ihre Rolle als unbeteiligte Zuschauerin aufgeben und handeln: Diplomaten-Gattinnen fordern Asma al Assad in einer Internetpetition auf, sich für ein Ende des blutigen Konflikts in Syrien einzusetzen und ihren Mann zu stoppen.

Mit einer Internetkampagne fordern Diplomaten-Gattinnen die Frau des syrischen Staatschefs Baschar al Assad auf, sich offen gegen die Niederschlagung der Oppositionsbewegung in ihrem Land auszusprechen. "Wir wünschen uns Unterschriften von Frauen aus aller Welt, die an Asma al Assad die klare Botschaft senden, dass das Blutvergießen ein Ende haben muss", sagte die Ehefrau des deutschen UN-Botschafters, Huberta von Voss-Wittig, am Dienstag.

Voss-Wittig hat die Initiative gemeinsam mit der Frau des britischen UN-Botschafters, Sheila Lyall Grant, ins Leben gerufen. Ihre Online-Petition auf der Internetplattform change.org verlangt von Asma al Assad, als "Frau, Ehefrau und Mutter von jungen Kindern" ihrer Verantwortung nachzukommen und sich nicht hinter ihrem Mann zu verstecken. "Hunderte von Kindern in Ihrem Land sind schon gestorben, zehntausende wurden verletzt und vertrieben, viele wurden traumatisiert", heißt es in dem Aufruf an die gebürtige Britin.

In einer auf Youtube veröffentlichten vierminütigen Videobotschaft an Asma al Assad werden Bilder der glamourös auftretenden 36-Jährigen gegen Aufnahmen von den Kämpfen und des Leidens in Syrien geschnitten. "Liebe Asma", beginnt der Text des Videos, "einige Frauen sorgen sich um ihren Stil. Und einige Frauen sorgen sich um ihr Volk."

Kampagne ist eine Privatinitiative

Voss-Wittig betonte, dass es sich bei der Kampagne um eine Privatinitiative und "keine Konkurrenzveranstaltung" zur UNO handele. Asma al Assad sei eine moderne Frau, die viel im Internet unterwegs sei, sagte die deutsche Botschafter-Gattin. "Wir hoffen, dass die Botschaft sie dazu bewegen wird, mit gutem Beispiel voranzugehen."

Seit Beginn der Gewalt in Syrien vor über einem Jahr sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 9000 Menschen ums Leben gekommen. In der vergangenen Woche trat eine Waffenruhe in Kraft, allerdings gab es in zahlreichen Städten weiter Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Anhängern der Oppositionsbewegung. Der UN-Sicherheitsrat beschloss eine Beobachtermission zur Überwachung des Waffenstillstandes, ein Vorausteam traf am Sonntag in der syrischen Hauptstadt Damaskus ein.

Brief im Wortlaut

Der offene Brief an Asma al Assad in einer inoffiziellen Übersetzung:

"Liebe Asma, Manche Frauen kümmern sich um Stil und manche Frauen kümmern sich um ihr Volk. Manche Frauen kämpfen um ihr Image und manche Frauen kämpfen ums Überleben. Manche Frauen haben vergessen, was sie über Frieden gepredigt haben und manche Frauen können nur für ihre Toten beten. Manche Frauen geben vor, sie hätten keine Wahl, und manche Frauen handeln einfach.

Was ist mit Dir passiert, Asma?

Hunderte syrische Kinder wurden bereits getötet oder verletzt. Eines Tages werden uns unsere Kinder fragen, was wir getan haben, um das Blutvergießen zu beenden.

Was wird Deine Antwort sein, Asma? Dass Du, Asma, keine Wahl hattest? Was ist mit diesem Jungen, hatte er eine Wahl?

Jedes einzelne Kind hatte einen Namen und eine Familie. Ihr Leben wird niemals wieder sein wie zuvor. Asma, wenn Du deinen Kindern einen Gute-Nacht-Kuss gibst, wird eine andere Mutter neben sich nur Leere sehen.

Diese Kinder könnten alle Deine Kinder sein. Sie sind Deine Kinder. Stehe auf für den Frieden, Asma. Ergreife das Wort. Tue es um Deines Volkes Willen. Gebiete Deinem Ehemann und seinen Unterstützern Einhalt. Höre auf, eine Zuschauerin zu sein. Niemand kümmert sich um Dein Image. Uns interessieren Deine Taten. Jetzt."

kave/AFP AFP

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