Asien Nordkorea lässt Angehörige japanischer Exgeiseln frei


Der eintägige Besuch des japanischen Ministerpräsidenten in Pjöngjang war erfolgreich: Nordkorea hat sich zur Freilassung von fünf Angehörigen japanischer Staatsangehöriger bereit erklärt. Tokio schickt im Gegenzug humanitäre Hilfe.

Nordkorea hat sich zur Freilassung von fünf Angehörigen japanischer Staatsangehöriger bereit erklärt. Bei ihnen handelt es sich um die Verwandten von fünf Japanern, die bereits Ende 2002 in ihre Heimat zurückkehren durften. Während eines Gesprächs mit dem japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi sagte der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il zu, die Gruppe dürfe das Land sofort verlassen, wie aus japanischen Regierungskreisen verlautete.

In den 70ern verschleppt

Im Gegenzug für die Freilassung kündigte Japan eine Lieferung von 250.000 Tonnen Lebensmitteln und medizinischen Gütern im Wert von zehn Millionen Dollar an. Insgesamt wurden sieben Kinder der Exgeiseln und ein amerikanischer Ehemann in Nordkorea festgehalten. Acht weitere entführte Japaner sind nach Angaben Pjöngjangs in Nordkorea gestorben. Die Verschleppten wurden in den 70er und 80er Jahren von Nordkorea entführt und zur Sprachausbildung von Spionen eingesetzt. In japanischen Medienberichten hieß es, die Verhandlungen über die Freilassung der anderen drei sollten fortgesetzt werden.

Der amerikanische Ehemann einer Exgeisel, Charles Jenkins, will Nordkorea nicht verlassen, wie Koizumi auf einer Pressekonferenz erklärte. Ihm droht die Auslieferung an die Vereinigten Staaten, wo ihm der Prozess gemacht werden könnte, weil er 1965 seine Einheit in Südkorea verließ und über die Grenze nach Nordkorea ging. Er war seitdem in nordkoreanischen Propagandafilmen zu sehen. In Medienberichten hieß es, Koizumi habe während seines Aufenthalts in Nordkorea um ein Treffen mit Jenkins gebeten, um ihn von der Ausreise zu überzeugen.

Beziehen sollen normalisiert werden

Das Gespräch zwischen Koizumi und Kim dauerte 90 Minuten. Die beiden Staatsmänner begrüßten sich vor Beginn des Gesprächs mit einem einfachen Händedruck. "Ich denke, es ist eine gute Sache, dass sie wiedergekommen sind, und ich heiße sie willkommen" sagte Kim in Anspielung auf Koizumis ersten Besuch vor knapp zwei Jahren.

Koizumi erhofft sich von dem eintägigen Besuch in Nordkorea eine Wiederbelebung der Gespräche zur Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden Staaten. Er hatte sich schon einmal im September 2002 mit Kim getroffen. Der japanische Ministerpräsident wollte noch am Abend nach Tokio zurückkehren. Japan und Nordkorea unterhalten keine diplomatischen Beziehungen.

DPA

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