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Australien: Terroristen kundschaften Atomkraftwerk aus

Die jüngst in Australien festgenommenen Terrorverdächtigen sollen einen Anschlag auf ein Atomkraftwerk geplant haben. Der Polizei zufolge, hätten sie den Meiler in der Nähe Sydneys bereits Ende 2004 unter die Lupe genommen.

Die acht in Australien unter Terrorverdacht festgenommene Männer haben nach Ansicht der Polizei möglicherweise einen Anschlag auf ein Atomkraftwerk in Sydney geplant. Drei der kürzlich festgenommenen 18 Verdächtigen wurden demnach im vergangenen Jahr von der Polizei in der Nähe der Atomanlage Lucas Heights kontrolliert, des einzigen Atomreaktors in Australien.

Wie aus den am Montag veröffentlichten Gerichtsakten hervorgeht, wurden die drei im Dezember 2004 angehalten. Sie erklärten damals, sie wollten in der Nähe ein Geländemotorrad testen. Bei getrennten Befragungen hätten sie dann aber unterschiedliche Angaben zum Ablauf des Tages gemacht. Auch stellte sich bei der Überprüfung des Geländes heraus, dass eines der Schlösser am Zaun aufgebrochen worden war, wie die Polizei erklärte.

Unklarheit über die Anschlagsziele

Die drei waren am vergangenen Dienstag zusammen mit fünf anderen Männern in Sydney festgenommen worden. Sie sind inzwischen wegen der Vorbereitung eines Terroranschlags angeklagt worden. Ihnen drohen bis zu 25 Jahre Haft. Zehn zeitgleich in Melbourne festgenommenen Männern wirft die Staatsanwaltschaft Mitgliedschaft in einer islamischen Terrorgruppe vor. Dafür könnten sie bis zu zehn Jahre Gefängnis erhalten.

Nach Ansicht der Behörden befand sich die Gruppe bereits in der letzten Vorbereitungsphase zu einem groß angelegten Terrorangriff. Anführer soll der radikale muslimische Prediger Abdul Nacer Benbrika gewesen sein, der ebenfalls festgenommen wurde. Jedoch sind die Anschlagsziele weiter unklar.

Eine Gefahr für den Atomreaktor habe aber nicht bestanden, hieß es. In dem Atomreaktor in der Nähe von Sydney wird radioaktives Material für medizinische Zwecke hergestellt, Strom produziert er nicht.

DPA/AP / AP / DPA