Britische Marine Soldaten befürchteten Erschießung


Die vom Iran freigelassenen britischen Marineangehörigen haben über die schreckliche Zeit ihrer Gefangenschaft berichtet. Sie seien in Isolationshaft gehalten und mit Psychodruck zu falschen Aussagen gezwungen worden.

Vom Iran nach knapp zwei Wochen Gefangenschaft freigelassene britische Marineangehörige haben ihre in Teheran gemachten Aussagen zurückgenommen. Sie seien definitiv nicht in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen, sagte einer der Soldaten bei einer Pressekonferenz auf dem Marinestützpunkt Chivenor. Entgegen früheren Erklärungen im iranischen Fernsehen betonte ein Offizier im Namen seiner Kameraden, sie seien in irakischen Gewässern gewesen, als sie am 23. März von iranischen Revolutionsgarden festgenommen wurden. Sie hätten ihre Position ständig über das Satellitenortungssystem GPS kontrolliert.

Die Soldaten betonten, sie hätten sich bewusst zurückgehalten, um einen Zwischenfall mit unberechenbaren internationalen Konsequenzen zu vermeiden. Die Option einer Gegenwehr habe einfach nicht bestanden. Einige der Revolutionsgardisten hätten sich ausgesprochen aggressiv verhalten.

Auf der Pressekonferenz erschienen sechs der insgesamt 15 britischen Marineangehörigen. Eigenen Angaben zufolge wurden sie gefesselt und mit verbundenen Augen in Isolationshaft gehalten. Zudem hätten die Iraner ihnen sieben Jahre Gefängnis angedroht und sie damit zu falschen Aussagen gezwungen, erklärten sie. "Wir wurden fast jede Nacht verhört und uns wurden zwei Möglichkeiten gegeben: Wir könnten bald wieder in einem Flugzeug nach Großbritannien sitzen, wenn wir zugäben, dass wir vom Weg abgekommen seien. Wenn wir das nicht täten, würde uns sieben Jahre Haft drohen." Sie berichteten, sie seien mit verbundenen Augen zudem an eine Wand gestellt worden, während Waffen entsichert worden seien. Sie hätten "das Schlimmste befürchtet".

Die 14 Männer und eine Frau waren am Donnerstag nach zweiwöchiger Gefangenschaft im Iran zu ihren Familien in Großbritannien zurückgekehrt. Sie waren bei einem Schiffseinsatz in iranisch-irakischen Grenzgewässern festgenommen worden. Die Regierung in Teheran wirft ihnen vor, in iranisches Hoheitsgebiet eingedrungen zu sein, was Großbritannien bestreitet.

Reuters/DPA DPA Reuters

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