China-Besuch Merkel macht sich stark für Menschenrechte


Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in China hat Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in Peking nachdrücklich mehr Meinungs- und Pressefreiheit und die Einhaltung der Menschenrechte gefordert. Um dies zu unterstreichen, traf die Kanzlerin auch regimekritische chinesische Journalisten.

Am zweiten Tag ihres China-Besuches sagte die Kanzlerin in einer Rede in der chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, gerade vor den Olympischen Spielen 2008 in Peking werde die Diskussion darüber noch an Fahrt gewinnen. "Die Welt wird in einem Maße auf China schauen, wie es in früheren Jahren nicht der Fall war."

Es sei eine riesige Chance für China, sich darzustellen. "Aber es wird natürlich auch geschaut werden, wie präsentiert sich China gerade auch in Hinsicht auf Meinungs- und Pressefreiheit", sagte die Kanzlerin, die sich anschließend auf den Weg in die ostchinesische Stadt Nanjing machte, wo sie eine dreijährige deutsche Kultur- und Imagekampagne in China eröffnen wird.

Um ein Zeichen für die Pressefreiheit zu setzen, hatte sich Merkel am Morgen im Hotel mit vier kritischen chinesischen Journalisten getroffen.

Gespräch war "sehr gut"

Im Anschluss an das Gespräch im Hotel zeigten sich die Publizisten beeindruckt von der deutschen Regierungschefin. Der entlassene Chefredakteur der früher bekannten Beilage "Gefrierpunkt" der Tageszeitung "China Youth Daily", Li Datong, sagte: "Das Treffen zeigt, dass die Kanzlerin der Demokratie und Meinungsfreiheit in China große Bedeutung schenkt." Er nannte das Gespräch "sehr gut". Auch die anderen drei Teilnehmer begrüßten den Meinungsaustausch mit der Kanzlerin, die damit ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking ein Signal für Pressefreiheit in China setzen wollte.

Bei der Diskussion ging es um die Entwicklung in der chinesischen Medienlandschaft seit Beginn der Reform- und Öffnungspolitik Ende der 70er Jahre, berichteten Delegationskreise. Es sei ferner um die heutigen Grundlagen der Arbeit von Journalisten sowie die Möglichkeiten von Medien gegangen, Kritik zu üben. Ein weiterer Punkt seien die rechtlichen Grundlagen für Journalisten und die gesellschaftlichen Veränderungen in China gewesen.

DPA DPA

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