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Corona-Pandemie Drastische Entscheidung in Rom: 3G-Regel gilt auch am Arbeitsplatz

Kontrolle des grünen Passes in Rom
Kontrolle des "grünen Passes" vor dem Zutritt zum Vatikan-Museum in Rom. Künftig dürfen die Italiener nur noch geimpft, genesen oder negativ getestet zur Arbeit gehen.
© Andreas Solaro / AFP
Drastische Entscheidung der Regierung in Rom: Italiener dürfen ab Mitte Oktober nur noch geimpft, genesen oder negativ getestet zur Arbeit gehen. Wer sich weigert, den "grünen Pass" vorzulegen, könnte sogar suspendiert werden.

Italien verlangt künftig von allen Arbeitnehmern des Landes Impfungen oder negative Corona-Tests, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen. Vom 15. Oktober an sind alle Arbeitnehmer verpflichtet, dies mit dem in Italien "grüner Pass" genannten Dokument nachzuweisen. Andernfalls drohen Sanktionen. 

"Wir dehnen die Verpflichtung zum 'grünen Pass' auf die gesamte Arbeitswelt aus, sowohl auf den öffentlichen als auch auf den privaten Sektor", sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Donnerstagabend auf einer Pressekonferenz. "Wir tun dies im Wesentlichen aus zwei Gründen: um diese Orte sicherer zu machen und um unsere Impfkampagne zu stärken", sagte Speranza.

Strafen bis hin zur Suspendierung drohen

Der "grüne Pass" zeigt in Italien an, ob der Inhaber gegen Covid-19 geimpft ist, ob er in den vergangenen 48 Stunden negativ getestet wurde oder ob er kürzlich von der Lungenkrankheit genesen ist. Derzeit muss der Pass schon in den Innenräumen von Restaurants, in Kinos oder Sportstadien, in Intercity-Zügen, Bussen und auf Inlandsflügen vorgelegt werden.

Gegen die verpflichtende Einführung des Passes hatte es vielerorts in Italien Proteste gegeben. Medienberichten zufolge drohen Arbeitnehmern, die den Pass nicht vorlegen, Geldstrafen in Höhe von 400 bis zu 1000 Euro. Wer der Arbeit länger als fünf Tage fernbleibt, weil er das Dokument nicht vorlegen kann, muss damit rechnen, dass Lohn und Arbeitsverhältnis ausgesetzt werden. Entlassungen sind allerdings nicht erlaubt. Wer die Dokumente fälscht, muss mit einem Strafverfahren rechnen.

Kaum noch Erwachsene, für die Passpflicht nicht gilt

Die Entscheidung der Regierung betreffe "insgesamt 23 Millionen Arbeitnehmer, das gesamte Humankapital des Landes", sagte Verwaltungsminister Renato Brunetta. Auch die Selbstständigen. Offiziellen Angaben zufolge haben 14 von 18 Millionen Angestellten die App mit dem "grünen Pass" heruntergeladen. De facto sind somit unter den Erwachsenen nur noch Rentner, Arbeitslose sowie Hausfrauen und Hausmänner nicht von der Passpflicht betroffen.

Derzeit sind rund 75 Prozent der Italiener über zwölf Jahren gegen das Coronavirus vollständig geimpft. Die Regierung verspricht sich durch die Verpflichtung zum Pass einen weiteren Schub für die Impfkampagne.

EU: Auch in Griechenland und Slowenien Pflicht in Arbeitswelt

Bei medizinischen Berufen besteht in Italien die Impfpflicht schon länger – ebenso wie in Frankreich. Nach Angaben des nationalen Ärzteverbandes wurden inzwischen 728 Mediziner vom Dienst suspendiert, weil sie sich nicht impfen ließen.

Mit dem verpflichtenden Gesundheitspass steht Italien nicht allein da: In Griechenland müssen sich alle ungeimpften Arbeitnehmer seit dem 13. September ein- oder zweimal die Woche auf eigene Kosten testen lassen. In Slowenien wurde der Gesundheitspass am Mittwoch für alle Arbeitnehmer zur Pflicht.

Italien war das erste Land in Europa, das von der Corona-Pandemie betroffen war; mehr als 130.000 Menschen starben dort im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Im vergangenen Jahr verzeichnete Italien infolge der Pandemie die schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg.

dho AFP

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