Das Weltwirtschaftsforum in Davos steht im Zeichen der angespannten politischen Lage. Donald Trump reist mit einer riesigen Delegation an – alles Wichtige im stern-Newsblog.
Die Welt blickt nach Davos. Beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum, das vom 19. bis zum 23. Januar stattfindet, stehen die Grönland-Krise und die angedrohten Zölle gegen europäische Staaten im Mittelpunkt. Wichtigster Gast: Donald Trump.
Der US-Präsident reist mit einer riesigen Delegation an – ein Zeichen dafür, welche Bedeutung das Treffen auch für die USA hat. Die bange Frage der Europäer lautet: Wird Trump seinen aggressiven Grönland-Kurs fortfahren oder zeigt er Gesprächsbereitschaft?
Die wichtigsten Entwicklungen im stern-Newsblog:
Christine Leitner
„"Wir nehmen die Welt aktiv so wahr, wie sie ist, und warten nicht auf eine Welt, wie wir sie uns wünschen."“Kanadas Premier Mark Carney
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Christine Leitner
Kanadas Premierminister Mark Carney teilt in seiner Rede gegen die USA aus. "Wenn Großmächte selbst den Anschein von Regeln und Werten aufgeben, um ihre Macht und Interessen ungehindert zu verfolgen, wird es schwieriger werden, die Vorteile des Transaktionalismus zu reproduzieren", sagt er in Davos. Carney spielt damit auf Kanadas Strategie an, mit der das Land mit "Großmächten" umgeht, die Regeln aufgeben, um "ihre Macht und Interessen ungehindert zu verfolgen".
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Christine Leitner
Soeben hat der US-Finanzminister Scott Bessent in Davos gesprochen und die Europäer vor Vergeltungsmaßnahmen gewarnt.
„Ich sage allen: Lehnen Sie sich zurück. Atmen Sie tief durch. Üben Sie keine Vergeltung.“US-Finanzminister Scott Bessent
Er fordert die Europäer zu einer "offenen Haltung" auf. US-Präsident Donald Trump werde am Mittwoch in Davos erwartet und "seine Botschaft übermitteln". Man darf gespannt sein.
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Christine Leitner
Meine Kollegin Nele Spandick ist übrigens beim WEF, um für Sie aus Davos zu berichten. Die Trump-Delegation, so berichtet sie, sei in einer Freien Evangelischen Kirche untergebracht. Bemerkenswert ist das Zitat, das am Eingang prangt. Vielleicht dämpft es die Fantasien mancher Politiker vor Ort ...
An diesem Bibelzitat dürfte die US-Delegation in Davos dieser Tage häufiger vorbeilaufen. Nele Spandick / stern
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Christine Leitner
„Europa verfügt heute über sehr wirksame Instrumente, und wir müssen sie einsetzen, wenn wir nicht respektiert werden und wenn übrigens das gesamte Spiel nicht respektiert wird.“Emmanuel Macron
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Christine Leitner
In seiner Rede pocht Macron übrigens erneut auf die europäische "Handels-Bazooka". Mit dem Gesetz kann die EU weitere Ein- und Ausfuhrbeschränkungen verhängen, US-Unternehmen von öffentlichen Ausschreibungen ausschließen oder Vertriebsrechte für Patente zurückrufen. Betroffen wären auch US-Digitalkonzerne. Hintergrund sind Trumps Zolldrohungen gegen die europäischen Partner, die sich gegen eine US-Übernahme Grönlands stellen.
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Tim Schulze
Warum trägt der französische Präsident eigentlich eine markante Pilotenbrille? Ganz einfach: Sein rechtes Auge ist derzeit rot und geschwollen. Macron sprach das Thema vor wenigen Tagen während eines Auftritts selbst an: "Bitte entschuldigen Sie das unansehnliche Aussehen meines Auges.“ Sorgen um ihn müsse sich niemand machen. "Es ist natürlich etwas völlig Harmloses.“ Ob es sich um eine Entzündung handelt oder eine andere Erkrankung, gibt er bislang nicht preis.
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Tim Schulze
Davos ist die große Bühne und da braucht es große Worte. Der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sieht gar die "Zukunft der Weltordnung" in dem Schweizer Skiort auf dem Spiel. Angesichts des Konflikts um Grönland fordert er die Europäer auf, eine härtere Gangart gegenüber Trump einzuschlagen. "Die Zeit für Schmeicheleien ist vorbei", sagt Rasmussen. Europa müsse stattdessen "Kraft, Stärke und Einheit" demonstrieren. Das sei das einzige, was Trump respektiere.
Bei dem aktuellen Konflikt handele es sich "nicht nur um eine Krise für die Nato", sondern um eine Krise "für die transatlantische Gemeinschaft allgemein."
Bei dem aktuellen Konflikt handele es sich "nicht nur um eine Krise für die Nato", sondern um eine Krise "für die transatlantische Gemeinschaft allgemein."
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Tim Schulze
Deftige Worte des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom. Der Demokrat und lauteste Kritiker von Donald Trump geht auf Europas Staats- und Regierungschefs wegen der aus seiner Sicht unterwürfigen Haltung gegenüber US-Präsident Donald Trump los. "Ich kann diese Komplizenschaft nicht mehr ertragen, wie Leute klein beigeben", sagt er in Davos im Hinblick auf europäische Politiker.
Er fügt hinzu: "Ich hätte einen Haufen Knieschoner mitbringen sollen für die ganzen Staatenlenker." Trump mit Ehrungen zu überhäufen, sei "erbärmlich", wettert der demokratische US-Politiker. Es sei an der Zeit, Haltung zu zeigen, fordert er. "Es ist Zeit, ernst zu machen und mit der Komplizenschaft Schluss zu machen. Es ist Zeit, aufzustehen, standhaft zu sein und Rückgrat zu zeigen."
Er fügt hinzu: "Ich hätte einen Haufen Knieschoner mitbringen sollen für die ganzen Staatenlenker." Trump mit Ehrungen zu überhäufen, sei "erbärmlich", wettert der demokratische US-Politiker. Es sei an der Zeit, Haltung zu zeigen, fordert er. "Es ist Zeit, ernst zu machen und mit der Komplizenschaft Schluss zu machen. Es ist Zeit, aufzustehen, standhaft zu sein und Rückgrat zu zeigen."
Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom. Markus Schreiber/DPA
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Tim Schulze
Nach von der Leyen tritt nun der französische Präsident auf die große Bühne in Davos und beginnt mit seiner Rede. Macron schließt sich der Linie von EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen an und kritisiert die angedrohten US-Zölle "als Druckmittel". Marcon wirft Trump im Grönland-Konflikt sogar einen "neuen Kolonialismus" vor.
Er warnt vor einem "gnadenlosen Wettbewerb" seitens der USA, der darauf abziele, "Europa zu schwächen und unterzuordnen". Er prangert eine "endlose Anhäufung neuer Zölle" an und bezeichnet diese als "grundsätzlich inakzeptabel, umso mehr, wenn sie als Druckmittel gegen die territoriale Souveränität eingesetzt werden".
Er warnt vor einem "gnadenlosen Wettbewerb" seitens der USA, der darauf abziele, "Europa zu schwächen und unterzuordnen". Er prangert eine "endlose Anhäufung neuer Zölle" an und bezeichnet diese als "grundsätzlich inakzeptabel, umso mehr, wenn sie als Druckmittel gegen die territoriale Souveränität eingesetzt werden".
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Tim Schulze
Angesichts der Handelsstreitigkeiten mit den USA fordert China mehr Austausch gefordert. Im vergangenen Jahr hätten die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen beider Länder einige Aufs und Abs erlebt, sagt Vize-Ministerpräsident He Lifeng in Davos. Lösungen sollten nicht durch Konfrontation, sondern durch Beratungen gesucht werden, erklärt He.
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Christine Leitner
Auch der ukrainische Präsident Wolodymr Selenskyj soll in Davos dabei sein. Er knüpft seinen Besuch allerdings an eine Bedingung: Vertragsunterzeichnungen oder weitere Hilfszusagen.
„"Wenn die Dokumente fertig sind, dann wird es ein Treffen (mit US-Präsident Donald Trump) und eine Reise geben.“sagt Wolodymyr Selenskyj vor Journalisten
Er werde auch reisen, wenn es Zusagen für weitere Unterstützung im Energiebereich oder zusätzliche Flugabwehrsysteme gebe. Kiew hofft im Rahmen eines größeren US-Friedensplans auf die Unterzeichnung von Abkommen über Sicherheitsgarantien und einen milliardenschweren Wiederaufbauplan mit den USA. Die Gespräche darüber stockten aber zuletzt. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion.
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Christine Leitner
Hier noch ein kurzer Input zu der Frage: Worum geht's genau beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos?
- Darum geht's: Auf dem offiziellen Programm stehen Künstliche Intelligenz, Biotech und die Suche nach neuen Quellen für das in vielen Industrieländern schwächelnde Wirtschaftswachstum. Abseits dessen könnte es auch um den Krieg in der Ukraine gehen.
- Prominente Gäste: US-Präsident Donald Trump reist mit einer großen Delegation an. Seine Rede dürfte vor allem eine machtpolitische Demonstration werden. Erwartet wird, dass er seine Grönland-Ambitionen bekräftigt, wirtschaftspolitisch gegen China austritt sowie eine Lobhudelei auf die eigene Politik.
- Worauf man hoffen kann: Die Europäer, allen vor an Deutschland, hoffen auf gute Gespräche mit den USA. Trump hatte in den Tagen zuvor wegen Protesten gegen seine Grönland-Pläne mit weiteren Zöllen gedroht.
- Wofür es das Forum braucht: Die Mitglieder, überwiegend große Firmen, sollen sich hier Gedanken über ihren Beitrag zur Lösung weltweiter Krisen machen, auch beim Klima und mit Blick auf soziale Ungleichheit. Abseits des Kongresszentrums, wo es Podiumsdebatten und Reden gibt, geht es aber eher ums Geschäft.
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Christine Leitner
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser!
Nicht jeder in der Schweiz ist damit einverstanden, dass der US-Präsident beim Wirtschaftsgipfel in Davos spricht. Gegen seinen Auftritt gab es bereits Proteste. Eindrücke sehen Sie hier:
Nicht jeder in der Schweiz ist damit einverstanden, dass der US-Präsident beim Wirtschaftsgipfel in Davos spricht. Gegen seinen Auftritt gab es bereits Proteste. Eindrücke sehen Sie hier:
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Tim Schulze
Zur Erinnerung: Wie groß die Auswirkungen der US-Zollpolitik auf die deutsche Wirtschaft sind, zeigt folgende Meldung. Wegen des Zollstreits mit US-Präsident Donald Trump sind die deutschen Exporte in die USA 2025 um fast zehn Prozent eingebrochen. Vor allem die Autobranche leidet unter dem Handelsstreit. Ökonomen erwarten weitere Rückschläge für die deutschen Exporteure. Das gelte selbst dann, wenn es gelinge, den Streit um Grönland beizulegen.
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DPA · AFP · Reuters