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Brief-Dieb Cohn: Trump gegen Ex-Wirtschaftsberater: "Wenn das stimmt, rede ich nie wieder mit ihm"

Gary Cohn soll Briefe vom Schreibtisch Donald Trumps gestohlen haben. Der US-Präsident glaubt zwar nicht an die Geschichte aus Bob Woodwards neuem Buch, aber falls sie doch stimme, werde er nie wieder mit seinem Ex-Wirtschaftsberater sprechen.

Donald Trump Gary Cohn

Donald Trump und Gary Cohn (r.) werden möglicherweise nicht mehr so schnell miteinander reden

AFP

Das Buch "Angst – Trump im Weißen Haus" von Starjournalist Bob Woodward ist eingeschlagen wie eine Bombe. Nicht nur wegen der Geschichte von einer US-Regierungszentrale, das den eigenen Präsidenten torpediert, weil es ihn für einen gefährlichen, unfähigen Mann hält. Sondern auch, weil der Autor eben Bob Woodward ist. Bislang haben noch alle von ihm porträtierten Politiker früher oder später eingeräumt, dass seine Darstellungen vollkommen zutreffend gewesen seien. Donald Trump hatte sogar bedauert, dass er nicht mit dem Reporter habe reden können, bezeichnete ihn zudem als "fair", weswegen er bald vielleicht mit seinem früheren Wirtschaftsberater brechen könnte.

In "Angst" beschreibt Woodward eine Szene, in der Gary Cohn, der ehemalige Chef der Investmentbank Goldman Sachs, einen Schrieb von Trumps Schreibtisch gestohlen hat. Inhalt des Briefes: die Kündigung des amerikanisch-südkoreanischen Handelsvertrags. Der Direktor von Trumps Wirtschaftsrat wollte verhindern, dass der Präsident leichtfertig aus dem Abkommen aussteigt. Laut Woodward habe Cohn einem Mitarbeiter gesagt, der Diebstahl würde die nationale Sicherheit schützen. Schon 2017 habe der Berater die Nafta-Ausstiegserklärung aus dem Oval Office gemopst. Donald Trump weist Woodwards Darstellung zwar zurück, räumt aber auch ein: "Falls er es doch getan haben sollte. würde ich nie wieder mit ihm sprechen", sagte der Präsident Journalisten.

Woodward legt geklauten Brief vor

Ob Gary Cohn das mögliche Schweigen des Präsidenten tatsächlich als Strafe empfinden wird, ist nicht bekannt - der Ex-Investmentbanker schon war im März im Streit über Strafzölle gegen China von seinem Posten zurückgetreten. Buchautor Woodward hat in der Zwischenzeit einen Beleg für seine Geschichte vorgelegt: Den Entwurf eines Kündigungsschreibens andressiert an die Regierung in Seoul, Südkorea.

nik