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Arzt über Donald Trump "Der gesündeste Mensch, der je zum Präsidenten gewählt würde"


Donald Trump erfreut sich laut Aussage seines Arztes, Dr. Harold N. Bornstein, bester Gesundheit. Der überschwänglich wohlwollend verfasste Brief liest sich allerdings so, als habe Trump ihn selbst verfasst. 

Der umstrittene Anwärter auf die US-Präsidentschaft, Donald Trump, ist nach Bekunden seines Arztes bei "exzellenter Gesundheit". Der 69-Jährige verfüge über außergewöhnliche Stärke und Ausdauer und habe in den vergangenen 39 Jahren "keine signifikanten Gesundheitsprobleme" gehabt, bescheinigte Harold Bornstein vom New Yorker Lenox-Hill-Krankenhaus dem vermeintlichen Favoriten unter den möglichen Kandidaten der Republikaner. Bornstein betreut Trump seit 1980.

Der schwärmerisch formulierte Brief liest sich laut "New York Times" allerdings so, als habe ihn Trump höchstpersönlich verfasst. Lobpreisend heißt es dort, sein Herzkreislaufsystem sei "exzellent", zudem habe Trump im vergangenen Jahr fast sieben Kilogramm abgenommen. Über sein aktuelles Gewicht allerdings steht nichts in dem einseitigen Bericht. Laut Aussagen von Reportern, die ihn während seines Wahlkampfes begleitet haben, soll Trump in den verganenen Monaten eher zu- als abgenommen haben. Sein Arzt ist sich jedoch sicher: Sollte Trump gewählt werden, "wird er eindeutig der gesündeste Mensch sein, der je zum Präsidenten gewählt wurde".

Donald Trump: Bericht offenbart "Vollkommenheit"

Der Bericht wurde bereits am 4. Dezember verfasst, aber erst jetzt veröffentlicht. Am Tag zuvor hatte Trump diesen auf Twitter angekündigt und erklärte, das Papier würde "Vollkommenheit" offenbaren. Die großspurige Ankündigung folgte prompt auf einen Artikel der US-Zeitung "Politico", der über Trumps Vorliebe für Fastfood, seinen Bewegungsmagel und seine Ablehnung zum Offenlegen seines Gesundheitszustandes berichtete.

Dabei ist es in den USA üblich, dass Bewerber für die Präsidentschaft ein Attest ihres Arztes veröffentlichen, um ihre Fitness für das Spitzenamt nachzuweisen. Dies haben unter anderem die demokratische Favoritin Hillary Clinton und der republikanische Bewerber Jeb Bush bereits getan.

Trump raucht und trinkt nicht. Sein Blutdruck beträgt laut Bornstein 110 zu 65, weitere Laborwerte seien ebenfalls "erstaunlich exzellent". Der Geschäftsmann ist nie an Krebs erkrankt, er wurde nur einmal in seinem Leben als Zehnjähriger am Blinddarm operiert. Er nimmt nach Auskunft seines Arztes aber 81 Milligramm Aspirin täglich sowie einen niedrig dosierten Cholesterinsenker ein.

Ungewöhnlich kleines Ärzteteam

"Ich freue mich zu vermelden, dass Mr. Trump in den vergangenen 39 Jahren keine besonderen medizinischen Probleme gehabt hat", heißt es weiter und Bornstein suggeriert damit, dass Trump seit 1976 bei ihm in Behandlung ist. Tatsächlich aber ist er erst seit 1980 für Trump tätig, wie ebenfalls aus dem Schreiben hervorgeht. Zuvor sei er bei seinem Vater in Behandlung gewesen.

Vermutlich hat er Zugriff zu den Aufzeichnungen seines Vaters, was den zeitlichen Unterschied von vier Jahren erklären würde. Laut "New York Times" sei es jedoch ungewöhnlich, dass der Gesundheitszustand eines Politikers über einen derart langen Zeitraum nur von einem derart kleinen Ärzteteam bescheinigt werde.

An diesem Dienstag kommen die  Präsidentschaftsbewerber der US-Republikaner in Las Vegas zu ihrer letzten Fernsehdebatte des Jahres zusammen. Trump führt das Bewerberfeld seit Monaten an. Zuletzt sorgte er mit der Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime für Empörung. In den Umfragen nach oben schob sich der erzkonservative Senator Ted Cruz, während der frühere Neurochirurg Ben Carson an Zustimmung verlor.

jek DPA

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