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US-Präsident: Trump macht während Corona-Pressekonferenz zweideutigen Witz über "Models" – nicht alle können lachen

Donald Trump hat seine tägliche Pressekonferenz zur Coronakrise um einen völlig unerwarteten Aspekt erweitert: Humor. Vielen Beobachtern blieb das Lachen allerdings eher im Halse stecken.

Donald Trump bei einer Pressekonferenz über die Coronavirus-Krise in den USA.

Man kann Donald Trump so manches vorwerfen, aber eine gewisse Form von Humor kann man ihm nun wirklich nicht absprechen – sofern man die gestrige Ausgabe seines täglichen Briefings der Presse zum Coronavirus als Maßstab nimmt. Da versuchte sich der US-Präsident nämlich an einem doppeldeutigen Witz. Vielen Beobachtern blieb das Lachen allerdings eher im Halse stecken.

Kennen Sie den? Dr. Deborah Birx, Koordinatorin für Coronavirusmaßnahmen, erklärt, was passiert, wenn die Bürger die von der Regierung auferlegten Richtlinien zur Eindämmung der Pandemie nicht einhalten würde: Dann würden die entsprechenden Modelle – englisch: models – Todesfälle im Bereich von 100.000 bis 240.000 für die Vereinigten Staaten prognostizieren.

Donald Trump und die "Models": pure Corona-Comedy

Die Modelle würden Hunderttausende Tote zeigen, ergänzt Trump daraufhin, aber er wolle weiter unter diesen Modellen landen. Die Modelle, also die "Models", seien von Profis erstellt, so Trump weiter: "Ich war nie involviert in eines der 'Models' – zumindest nicht in diese Art von Model."

Nun sei dem Präsidenten in Krisenzeiten ein kleiner Gag über die guten, alten Zeiten vergönnt, oder?! Mmh. Sieht die Twitter-Community irgendwie anders:

Die sparsamen Reaktionen der Zuschauer, die dem stolzen Präsidenten immerhin Einschaltquoten wie beim "Bachelor" oder beim "Monday Night Football" bescheren, wie er sich dieser Tage bereits mehrfach brüstete, scheinen also eher keinen Bedarf an Corona-Comedy zu haben.

Nur folgerichtig, dass Trump sich gleich im Anschluss lieber wieder auf seine Kernkompetenz beschränkt: anderen die Schuld für sein Versagen in die Schuhe zu schieben. Das gehört nämlich ebenfalls zu den Standards seiner täglichen Pressekonferenz. In dieser Episode ist mal wieder sein Amtsvorgänger Barack Obama fällig. Von dessen Administration habe er nämlich "überholte" und "kaputte" Coronavirus-Tests geerbt.

Aber vielleicht ist ja auch das wieder nur einer dieser Gags, die Trump neuerdings aus dem Ärmel schüttelt wie sonst nur Dave Chapelle, Jerry Seinfeld, Bill Burr oder andere Stand-up-Comedians. Schließlich wurde das Coronavirus erstmals im Dezember in China entdeckt. Da war Trump allerdings bereits rund drei Jahre US-Präsident. Dass es die USA – und der Rest der Welt – eines Tages mit genau diesem Virus zu tun haben würden, konnte Obama also wirklich nicht ahnen.

tim