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Geheimnisvolle Steuerklärung: Clinton holt die Steuer-Keule raus - und Trump setzt sich ins Fettnäpfchen

Entgegen den geltenden Gepflogenheiten weigert sich Trump stur seine Steuererklärungen zu veröffentlichen. Hat der Immobilienmogul irgendwas zu verbergen? Für Clinton ist das eine willkommene Einladung zum Angriff.

Im TV-Duell musste Donald Trump sich der Frage stellen, warum er seine Steuerklärung nicht veröffentlicht

Im TV-Duell musste Donald Trump sich der Frage stellen, warum er seine Steuerklärung nicht veröffentlicht

Sechs Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl haben sich die beiden Kandidaten und Hillary Clinton in einem ersten TV-Duell einen schonungslosen Schlagabtausch geliefert - gespickt mit persönlichen Angriffen. Und natürlich holte Clinton die Steuer-Keule raus. Schon seit längerem sorgt nämlich ihr Gegner mit seiner Weigerung, seine Steuererklärung zu veröffentlichen, für Spekulationen. Schließlich gehört dieser Schritt zu den üblichen Gepflogenheiten eines Präsidentschaftskandidaten.

Eine steile Vorlage für die Demokratin und auch den Moderator des TV-Duells Lester Holt.

"Mr. Trump, Sie haben ihre nicht veröffentlicht. Haben die Wähler nicht das Recht zu wissen, wem ihre potenzieller Präsident Geld schuldet und ob es keine geschäftlichen Konflikte gibt?", fragte er während des TV-Duells. 

Vielleicht ist Trump nicht so reich, wie er sagt

Trump gab sich lässig. "Von mir aus veröffentliche ich sie. Ich habe eine ganz normale Steuerprüfung. Sobald die fertig ist, werde ich sie veröffentlichen." Schnell versucht er das Thema zu wechseln, doch der Moderator ließ ihn nicht vom Hacken. "Es ist wirklich ihre Sache, ob sie das veröffentlichen, aber hat die Öffentlichkeit nicht das Recht?", fragte er erneut. 

Doch statt eine Antwort zu geben, ging Trump nun zum Angriff auf Clinton über: "Ich werde meine Steuererklärung gegen den Willen meines Anwalts veröffentlichen, wenn sie endlich ihre 33.000 gelöschten E-Mails veröffentlicht. Sobald sie die veröffentlicht, veröffentliche ich auch meine Steuererklärung." Damit spielte der Immobilienmogul auf  Clintons E-Mail-Affäre an. Die Demokratin hatte während ihrer Zeit als Außenministerin private Server für ihre dienstliche Kommunikation benutzt. 

Hillarys Reaktion: Ein süffisantes Lächeln und ein spitzer Kommentar: "Warum veröffentlicht er seine Steuererklärung nicht? Vielleicht, weil er nicht so reich ist, wie er sagt? Oder nicht so großzügig, wie er sagt?"

Angriff auf Trumps Kernkompetenz

Der Schlag saß. Denn Trump beruft sich zu gerne auf seine Qualifikationen als erfolgreicher Geschäftsmann. Doch genau daran gibt es erhebliche Zweifel. Laut einem Bericht der "New York Times" haben Trumps Unternehmen Schulden in Höhe von mindestens 650 Millionen Dollar. Das entspricht 573 Millionen Euro.

Clinton brachte aber auch noch einen anderen denkbaren Grund ins Spiel. "Vielleicht will er nicht, dass wir wissen, dass er in all den Jahren nicht einen Cent an Einkommenssteuer bezahlt hat", stichelte sie. Und der Skandal-Politiker stampfte in das Fettnäpfchen. Hätte er diese Steuern gezählt, wären die Gelder "verschwendet" worden, verkündete er. Ein Geständnis?


ivi