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Erinnerungen an den 11.9.2001: Die Führer vom Ground Zero

Als am 11. September 2001 zwei Jets in die Türme des World Trade Centers in New York rasten, verloren über 3000 Menschen ihr Leben. Die Hinterbliebenen versuchen seitdem, die Erinnerungen an die Opfer zu bewahren.

Von Matthias B. Krause, New York

Es wird noch bis 2012 dauern, ehe das offizielle Museum am Ground Zero eingeweiht wird - wenn alles nach Plan geht. Solange kümmert sich ein Zusammenschluss aus Angehörigen jener Menschen, die am 11. September in den Trümmern des World Trade Centers in New York starben, um das Gedenken: Neben einem kleinen Museum in der Liberty Street organisiert die "September 11th Families’ Association" auch Spaziergänge rund um den Ground Zero.

Als Führer fungieren New Yorker, die mit dem verhängisvollen Tag direkt verbunden sind. Wie etwa Danny Seaman, ein Schaffner, der bei den Anschlägen seinen Bruder Michael verlor und tagelang nach ihm suchte. Oder Robert Johann, der als Feuerwehrmann nur knapp überlebte, als die Zwilligstürme zusammenfielen.

"Kein Ort des Horrors mehr"

Sie und 200 ihrer Leidensgenossen geben kleinen Gruppen einen intimen, persönlichen Eindruck von dem Tag, der ihr Leben auf den Kopf stellte. Sie alle leiden noch heute auf die eine oder andere Weise unter dem, was sie erlebten. Ihre Gedanken mit den Touristen zu teilen, sei habe sich als "wertvolles therapeutisches Erlebnis" herausgestellt, sagt die Geschäftsführerin der Association, Jennifer Adams.

Fast 40.000 Menschen nahmen während des ersten Jahres an den Touren teil. Die zehn Dollar, die sie kosten, fließen direkt in den Erhalt des Besucherzentrums an der Liberty Street gleich neben dem Ground Zero. Danny Seaman sagt, es tue ihm gut, zweimal im Monat an den Ort zurückzukehren, an dem sein Bruder starb und begraben liegt: "Ich habe es vorher nicht gewusst, aber indem man hierher komm und wieder und wieder darüber redet, wird man desensibilisiert. Es ist kein Ort des Horrors mehr für mich. Es ist einfach nur ein Ort."

Die Association: www.911families.org

Das Besucherzentrum: www.tributewtc.org

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