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Wählen ja, Autofahren nein Was Frauen in Saudi-Arabien dürfen - und was nicht


Bei den ersten Wahlen in Saudi-Arabien, an denen auch Frauen abstimmen durften, sind 17 Frauen in die Lokalparlamente gewählt worden. Trotz dieser Fortschritte bleibt Frauen in dem Land Vieles verboten. Ein Überblick.

Bei der ersten Kommunalwahl in Saudi-Arabien, an der Frauen teilnehmen durften, sind 17 Kandidatinnen in öffentliche Ämter gewählt worden. Das teilte das Innenministerium am Sonntag noch vor Bekanntgabe aller offiziellen Ergebnisse mit. Es war das erste Mal, dass in dem streng konservativen Königreich Frauen überhaupt zu Wahlen zugelassen waren. Sie konnten wählen und auch gewählt werden.

Insgesamt standen am Samstag zwei Drittel der Sitze in den Gemeinderäten zur Wahl. Der Einfluss der Gremien ist zwar begrenzt. Dennoch weckte die Zulassung der Frauen zu der Wahl Hoffnungen, dass weitere Schritte hin zu einer Öffnung des politischen Systems folgen können. 

"Als erster Schritt ist das ein großer Erfolg", sagte die Physiotherapeutin Sara Ahmed bei der Stimmabgabe. "Wir fühlen uns jetzt als Teil der Gesellschaft." Der vor knapp einem Jahr verstorbene König Abdullah hatte Reformen auf den Weg gebracht, welche Frauen eine größere Rolle in der Gesellschaft geben. Damit brachte er jedoch hohe Geistliche gegen sich auf.

Noch ein weiter Weg bis zur Gleichberechtigung

Trotz der Reformen sind in dem ultrakonservativen Königreich Frauen aber noch immer mit vielen Verboten belegt. Manches ist ihnen vollständig untersagt, anderes dürfen sie nur in Begleitung eines männlichen Familienmitglieds - eines sogenannten Beschützers - tun. Ein Überblick über neun zentrale Verbote:

Autofahren ist Frauen grundsätzlich untersagt - mit diesem Verbot steht Saudi-Arabien weltweit allein da.

Reisen dürfen Frauen keinesfalls auf eigene Faust - ein Vormund muss zumindest zustimmen.

Heiraten nach eigenen Vorstellungen ist ebenfalls verboten - ein Vormund muss die Ehe absegnen.

Scheidung ist Frauen nur in engen Grenzen erlaubt - sie stoßen dabei in jedem Fall auf mehr Schwierigkeiten als Männer.

Arbeiten dürfen Frauen ebenfalls nicht aus eigenem Antrieb heraus - ein Vormund muss sich damit einverstanden erklären.

Berufswege stehen den Geschlechtern nicht gleichermaßen offen - für Frauen gibt es zahlreiche Einschränkungen auf dem Arbeitsmarkt.

Unverschleiert darf sich keine Frau in der Öffentlichkeit zeigen - Vorschrift ist die Vollverschleierung von Kopf bis Fuß.

Ausgehen mit Männern außerhalb der Verwandtschaft ist untersagt - auch in Restaurants herrscht strikte Abschottung.

Erben dürfen Frauen nicht in beliebiger Höhe - sie erhalten stets weniger als Männer.

ivi/tkr Reuters AFP

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