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EU-Kommission: Barroso will keinen Superkommissar

Der designierte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso lehnt den von Bundeskanzler Gerhard Schröder geforderten Superkommissar ab.

Mit den Worten: "Es wird keinen Kommissar der ersten oder zweiten Ordnung in einer Kommission geben, in der ich den Vorsitz führe", erteilte Barroso vor dem Europäischen Parlament in Straßburg dem Ansinnen von Bundeskanzler Schröder eine Absage. Zugleich sprach sich Barroso für eine starke und unabhängige Kommission aus.

Verheugen galt als Kandidat

Schröder hat wiederholt gefordert, in der EU-Kommission einen Vizepräsidenten zu installieren, der die mit der Wirtschaft verbundenen Ressorts koordiniert und darin ein Mitspracherecht hat. Als Kandidaten für den Posten hat Schröder den deutschen EU-Kommissar Günter Verheugen ins Spiel gebracht, der in Brüssel bislang für die EU-Erweiterung zuständig war. Die Verteilung der Ressorts ist letztlich aber Sache des Kommissionspräsidenten.

Die neue EU-Kommission mit 25 Mitgliedern tritt am 1. November ihr Amt an. Um Präsident zu werden, braucht der von den EU-Staats- und Regierungschefs vorgeschlagene Barroso die Mehrheit der Straßburger Abgeordneten. Die Abstimmung findet am Donnerstag statt.