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Großbritannien: Schulfrei wegen Rentenstreiks

Ein 24-stündiger Warnstreik von Beschäftigten britischer Kommunen gegen eine geplante Veränderung bei den Renten hat am Dienstag tausende Schüler glücklich gemacht. Etwa 2000 Schulen in allen Teilen Großbritanniens blieben geschlossen.

Doch nicht nur Schüler wurden durch die kommunale Streikwelle 'getroffen'. Auch zahlreiche Büchereien, Kindergärten und Gemeindebüros blieben geschlossen. Zudem war der Verkehr durch Tunnel und Fährverbindungen stellenweise stark beeinträchtigt. In einigen Städten ruhte die Müllabfuhr, berichteten Gewerkschaftssprecher.

Größter Streik seit 80 Jahren

Der Streikaufruf an insgesamt 1,5 Millionen Beschäftigte der Kommunen - darunter Hausmeister, Köche und Reinigungskräfte an Schulen - fand nach Gewerkschaftsangaben ein starkes Echo. Demnach sollen eine Million kommunale Bedienstete im 24-stündigen Warnstreik stehen. Stimmt dies, ist das der größte Ausstand seit dem Generalstreik 1926, sagen die Gewerkschaften. Demgegenüber betonten Kommunalvertreter, landesweit sei nur eine Minderheit der Gemeinden betroffen gewesen. Insgesamt seien die Auswirkungen des Streikappells erheblich geringer gewesen als die Gewerkschaften erwartet hätten.

In dem Konflikt geht es um die Absicht der Regierung, eine Bestimmung abzuschaffen, die es bestimmten Gruppen von Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Kommunen erlaubt, bereits mit 60 statt mit 65 Jahren bei vollen Rentenbezügen aus dem Arbeitsleben auszuscheiden. Die Arbeitgeber argumentieren, die Regelung werde auf Dauer zu teuer. Sollte sie weiter gelten, müssten die Gemeindesteuern um weitere zwei Prozent angehoben werden. Für andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst wie Lehrer, Polizisten und Mitarbeiter des staatlichen Gesundheitsdienstes soll es dagegen weiterhin möglich sein, bereits mit 60 Jahren ohne Einbußen in Rente zu gehen.

DPA / DPA
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