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Alle Jahre wieder: Verdi will erneut Amazons Weihnachtsgeschäft bestreiken

Auf dem Wunschzettel der Gewerkschaft Verdi steht auch für dieses Weihnachten ein Tarifvertrag mit Amazon. Eine neue Streikwelle soll den Druck auf den Versandriesen erhöhen, doch Amazon sieht sich gut vorbereitet.

Aufkleber von Amazon

Verdi droht, Amazon das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft mit Streiks zu erschweren

Auch in diesem Jahr kündigt die Gewerkschaft Verdi Streiks bei dem Versandhandelsriesen an. Besonders das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft könnte darunter leiden. "Wir werden unsere Aktionen in den kommenden Wochen ausweiten und haben noch einiges vor", sagte Thomas Voß, Verantwortlicher für Versand- und Onlinehandel in Berlin. Doch Amazon sieht sich gut gewappnet.

Weihnachtszeit ist Streikzeit

Seit rund viereinhalb Jahren liefert sich die Gewerkschaft einen Tarifstreit mit Amazon. Mitte Mai 2013 begannen die Streiks am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld (Hessen) sowie in Leipzig (Sachsen). Mittlerweile sind nach Angaben der Gewerkschaft 35 Prozent der in den deutschen Versandzentren Beschäftigten -Mitglied. "Wir sind aber darauf bedacht, einen noch stärkeren Rückhalt zu bekommen, um Amazon an den Verhandlungstisch zu bewegen", verkündete Voß. 

Verdi strebt einen Tarifvertrag an. Der US-Konzern, der bundesweit mehr als 12.000 festangestellte Mitarbeiter beschäftigt und über elf Versandzentren in Deutschland verfügt, verweigert aber Verhandlungen.

Amazon erwartet keine Auswirkungen

"Amazon ist ein guter Arbeitgeber. Der Verdienst liegt am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist", sagte ein Amazon-Sprecher in München.

Auf das , die wichtigste und umsatzstärkste Zeit des Jahres, hat sich Amazon seit Monaten vorbereitet. "Ware für die diesjährigen Geschenke-Trends ist bereits eingelagert. Wir haben in Deutschland 13.000 Saisonkräfte für die Unterstützung im Weihnachtsgeschäft gesucht. In diesen Tagen beginnen vielerorts die letzten der Saisonmitarbeiter ihre Arbeit", sagte der Sprecher. Da ohnehin für gewöhnlich der größte Teil der Mitarbeiter trotz der Streikaufrufe normal arbeiten werde, erwartet Amazon "keine Auswirkungen" auf pünktliche Lieferungen.

"Verdi beißt sich die Zähne aus"

Amazon verweist stets auf sein europäisches Logistiknetzwerk. Auch aus anderen der 31 Versandzentren könne in Streikfällen Ware geliefert werden. Um in den Nachbarländern den Druck auf Amazon zu erhöhen, arbeitet Verdi an einer Vernetzung mit anderen Gewerkschaften in Europa. "In Polen geht es gut voran", sagte Voß. Kontakte gebe es auch nach Frankreich, Italien und Spanien.

Branchen-Experten zweifeln allerdings am Erfolg der Gewerkschaftstaktik: "Mit den Streiks bei Amazon hat Verdi rein gar nichts erreicht", sagt Gerrit Heinemann, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Niederrhein. Er ist sich sicher: Die Gewerkschaft beiße sich am Handelsriesen die Zähne aus. 

fri/DPA