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Guantanamo: 9/11-Attentäter wollen gestehen

Fünf mutmaßliche Attentäter der Anschläge vom 11. September 2001 wollen sich schuldig bekennen. Dafür verlangte die in Guantanamo Inhaftierten einen sofortigen Anhörungstermin. Bei einem Schuldspruch droht ihnen die Todesstrafe.

Der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September und vier seiner Mitangeklagten haben sich zu einem Geständnis bereiterklärt. Khalid Sheikh Mohammed und seine Mitbeschuldigten erklärten in einem vor dem Militärgericht auf Guantanamo verlesenen Schreiben, sie wollten dafür einen sofortigen Anhörungstermin.

Zugleich erklärten sie alle bisherigen Anträge der Verteidigung für nichtig. Den fünf Männern droht bei einem Schuldspruch die Todesstrafe. Sie hätten ihre Entscheidung am Tag der US-Präsidentenwahl am 4. November getroffen, hieß es in dem Schreiben weiter. Alle wollten ihre Aussage gemeinsam machen. Unklar blieb zunächst, zu welchen Punkten der Anklageschrift sich die Männer schuldig bekennen könnten. Bei dem Gerichtstermin am Montag handelte es sich um eine richterliche Vernehmung vor dem eigentlichen Prozessbeginn.

Mohammed hat bereits gegenüber den Ermittlern eingeräumt, die Anschläge in New York und Washington am 11. September 2001 geplant zu haben und angekündigt, er freue sich darauf, durch die USA zum Märtyrer zu werden. Er wurde 2003 in Pakistan gefangengenommen und 2006 nach Guantanamo gebracht. Alle fünf Angeklagten haben erklärten, sie wollten sich vor Gericht selbst vertreten.

Vor Gericht am Montag bekräftigte Mohammed zugleich sein Misstrauen gegenüber dem Militärrichter Oberst Stephen Henley, den vom Pentagon gestellten Verteidigern und US-Präsident George W. Bush. "Ich vertraue Euch nicht", erklärte er in englischer Sprache. Mohammed und die vier anderen Beschuldigten wurden erst 2006 aus geheimen Gefängnissen der CIA nach Guantanamo verlegt. Zum vollen Prozess gegen sie wird es dort aber kaum noch kommen. Der künftige US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, Guantanamo nach seinem Amtsantritt im Januar zu schließen. Bei den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden rund 3.000 Menschen getötet.

AP / AP