Irak "Chemie-Ali" zum Tod verurteilt


Ein Gericht in Bagdad hat den als "Chemie-Ali" bekannten Cousin von Ex-Staatschefs Saddam Hussein am Sonntag zum Tod verurteilt. 180.000 Menschen kamen 1988 ums Leben, als er und weitere Minister den Giftgasanschlag auf Kurden angeordnet hatte.

Der Cousin von Saddam Hussein ist im Völkermord-Prozess am Sonntag zum Tode verurteilt worden. Ein irakisches Gericht zieht damit den als "Chemie-Ali" bekannten Ali Hassan al-Madschid wegen der Operation "Anfal" im Jahr 1988 zur Verantwortung. Er soll die Giftgasangriffe gegen die nordirakischen Kurden während der Offensive angeordnet haben soll. Insgesamt wurden dabei zwischen Februar und Ende August 1988 bis zu 180.000 Menschen getötet.

Neben "Chemie-Ali" standen fünf weitere ehemals führende Vertreter der Baath-Partei vor Gericht. Den übrigen Angeklagten werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Gegen zwei ehemalige Militär-Kommandeure erging ebenfalls ein Todesurteil. Zwei weitere wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Vorwürfe gegen den ehemaligen Gouverneur der Provinz Mossul wurden dagegen aus Mangel an Beweisen fallen gelassen.

Die "Anfal"-Vorwürfe waren ursprünglich auch gegen Saddam erhoben worden. Allerdings wurde die Anklage nach dessen Hinrichtung im Dezember gegenstandslos. Der frühere irakische Präsident war im ersten Prozess des Sondertribunals wegen eines Massakers an Schiiten Anfang der achtziger Jahre zum Tode verurteilt worden. Viele Kurden kritisierten, dass der 2003 gestürzte Diktator damit nicht für die Verbrechen an ihrem Volk belangt werden konnte.

Reuters Reuters

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