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Irans Ölminister: "Werden niemals mit USA verhandeln"

Die amerikanische Regierung hat angeboten, direkt mit dem Iran über die Atomfrage zu verhandeln - aber Irans Ölminister Kasem Wasiri-Hamaneh lehnt genau das kategorisch ab. Wasiri-Hamaneh äußerte sich am Rande der OPEC-Konferenz, die unter anderem über höhere Ölpreise beraten will.

Irans Ölminister Kasem Wasiri-Hamaneh hat ausgeschlossen, dass der Iran und die USA im Atomstreit direkt miteinander sprechen. Man werde mit den USA "niemals verhandeln", sagte der Minister am Mittwochabend am Rande seines Venezuela-Besuchs dem südamerikanischen Fernseh-Nachrichtensender Telesur. Wasiri-Hamaneh nimmt am Donnerstag in Caracas am 141. außerordentlichen Ministertreffen der Organisation Erdöl exprotierender Länder (OPEC) teil.

Die USA hatten direkte Gespräche in Aussicht gestellt, wenn der Iran die Urananreicherung und - wiederaufbereitung einstellt. "Was diese Frau [Außenministerin Condolezza] Rice sagt sind Worte, die die US-amerikanischen Behörden immer wiederholen", sagte Wasiri-Hamaneh. Die "beste Garantie" für die friedliche Nutzung des iranischen Nuklearenergieprogramms seien die "Inspektoren der internationalen Organisationen, die versichern, dass es keine Indizien dafür gibt, dass die Programme für militärische Zwecke entfremdet werden".

Auf der Agenda: ein höherer Ölpreis

Zum OPEC-Treffen erklärte Wasiri-Hamaneh, das Kartell wolle versuchen, die Fluktuationen der Ölpreise zu begrenzen. Die OPEC- Mitglieder seien wegen der Ölpreise besorgt. Die Nachfrage sei höher als das Angebot. Zudem sei Washington wegen seiner Drohungen gegen den Iran auch am Preisanstieg schuld. Iran ist nach Saudi-Arabien das zwei größte Ölförderland innerhalb der OPEC und produziert derzeit rund vier Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) pro Tag.

Beim OPEC-Ministertreffen in Caracas wird Venezuela laut Ölminister Rafael Ramirez höhere Preise vorschlagen. Die neue Bandbreite für den OPEC-Korbpreis solle von 25 bis 32 US-Dollar pro Barrel reichen. Die Bandbreite liegt derzeit bei 22 bis 28 Dollar. Gemäß dem Preisbandmechanismus des Kartells wird die Fördermenge um 500.000 Barrel pro Tag erhöht, falls sich der Korbpreis 20 Handelstage lang über der oberen Preisgrenze hält.

Reuters / Reuters
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