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Lindh-Mord: Trauerfeier für schwedische Außenministerin

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen findet in Stockholm die Trauerfeier für die ermordete schwedische Außenministerin Anna Lindh statt.

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen findet am (heutigen) Freitag in Stockholm die Trauerfeier für die ermordete schwedische Außenministerin Anna Lindh statt. Zu der Zeremonie im Rathaus der Hauptstadt werden rund 1.300 Gäste aus aller Welt erwartet, darunter Bundesaußenminister Joschka Fischer. Die Polizei hielt derweil die jüngsten Erkenntnisse der Ermittlungen weiter unter Verschluss. Nach wie vor war nicht bekannt, ob sich der Tatverdacht gegen den 35-jährigen Mann erhärtet hat, der am Dienstag festgenommen worden war.

DNA-Ergebnisse unter Verschluss

Zwar liegen der Polizei seit Donnerstag erste Ergebnisse einer DNA-Untersuchung vor, zu deren Inhalt wollte sie sich aber zunächst nicht äußern. Der genetische Fingerabdruck des Verdächtigen sollte mit DNA-Spuren vom Tatort verglichen werden. Um den Mann weiter in Untersuchungshaft behalten zu können, muss die Staatsanwaltschaft bis Freitagmittag Haftantrag stellen.

Strenge Sicherheitsmaßnahmen

Wegen der Trauerfeier sollte über der Innenstadt von Stockholm ein Flugverbot für Privatmaschinen verhängt werden. Außerdem war geplant, Teile des Stadtzentrums abzuriegeln. Neben Fischer wurden EU-Kommissionspräsident Romano Prodi sowie die Außenminister von Frankreich und Großbritannien, Dominique de Villepin und Jack Straw, erwartet. US-Außenminister Colin Powell sagte seine Teilnahme wegen des Hurrikans "Isabel" ab.

Ausgerichtet wird die Trauerfeier von der regierenden Sozialdemokratischen Partei, der auch Lindh angehörte, sowie von der Familie der Ermordeten. Einer der Redner ist Ministerpräsident Göran Persson.

Lindh war am Mittwoch vergangener Woche in einem Stockholmer Kaufhaus von einem Attentäter mit einem Messer angegriffen worden. Am folgenden Tag erlag sie ihren schweren Verletzungen.