Möglicher Führungswechsel in Nordkorea Kim Jong Il bereitet seinen Sohn auf die Nachfolge vor


Das kommunistische Nordkorea hat überraschend einen Führungswechsel in der herrschenden Arbeiterpartei angekündigt. Das Politbüro des Zentralkomitees der Partei werde Anfang September zusammentreten, um "ihr höchstes Führungsgremium zu wählen", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag.

Das kommunistische Nordkorea hat überraschend einen Führungswechsel in der herrschenden Arbeiterpartei angekündigt. Das Politbüro des Zentralkomitees der Partei werde Anfang September zusammentreten, um "ihr höchstes Führungsgremium zu wählen", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag. Das Treffen könnte nach Meinung von Beobachtern dem Regime in Pjöngjang auch dazu dienen, offiziell die Nachfolge an der Spitze des Staates in die Wege zu leiten. Der gesundheitlich angeschlagene Machthaber Kim Jong Il bereitet südkoreanischen Berichten alles für seinen jüngsten Sohn vor.

In Nordkorea ist es die erste derartige Tagung der Arbeiterpartei seit 44 Jahren. Die geplante Wahl spiegelt laut KCNA die neuen Erfordernisse der Partei. Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt. Man stehe "vor den heiligen revolutionären Aufgaben", die Arbeiterpartei in eine "ewige ruhmvolle Partei" des früheren Staatschefs Kim Il Sung zu entwickeln, hieß es.

Der 68-jährige Kim Jong Il erlitt 2008 vermutlich einen Schlaganfall, seitdem rätseln Beobachter über seinen Gesundheitszustand und einen möglichen Nachfolger.

Kim Jong Un, der jüngste Sohn des Präsidenten, gilt als wahrscheinlichster Nachfolger. Über ihn ist wenig bekannt, sein Alter wird auf Mitte 20 geschätzt. Der Nordkorea-Experte Cheong Seong Chang sagte, Kim Jong Un sei nach Einschätzung des südkoreanischen Geheimdienstes bereits im vergangenen Jahr zum Nachfolger seines Vaters bestimmt worden. Auf dem Parteitag solle das nun öffentlich bekanntgegeben werden. Der südkoreanische Geheimdienstchef Won Sei Hoon erklärte in dieser Woche, Nordkorea habe bereits eine Kampagne gestartet, um den jungen Kim beim Volk beliebt zu machen.

Won erklärte nach einem Zeitungsbericht vor dem Parlament in einer nichtöffentlichen Sitzung, Kim Jong Ils Gedächtnis habe nachgelassen. Die sei eine Folge des Schlaganfalls. Der Sohn werde von seinem Vater bereits regelmäßig zu Besichtigungen von Fabriken und zur Inspizierung von Stützpunkten der Streitkräfte mitgenommen.

DPA/APN DPA

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