Mord in Afghanistan Polizei hat Verdächtige identifiziert


Einen Tag nach dem Mord an zwei deutschen Journalisten in der nordafghanischen Provinz Baghlan hat die Polizei eine Operation zur Festnahme mehrerer Verdächtiger begonnen. Laut Innenministerium suche ein Polizeiteam nach den möglichen Tätern.

Provinzgouverneur Sayed Ekram Masumi sagte der Deutschen Presseagentur fünf bis sechs Verdächtige seien identifiziert worden. Man sei "fast sicher", dass sie die beiden Mitarbeiter der Deutschen Welle in der Nacht zu Samstag ermordet hätten.

Masumi sagte, vor den Festnahmen könne er die Namen der Verdächtigen und eventuelle Verbindungen zu kriminellen oder radikalen Gruppen nicht bekannt geben. Einen Tag nach der Bluttat wurden die Leichen von Karen Fischer und Christian Struwe in die Hauptstadt Kabul überführt. Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums, Semarai Baschari, sagte, die Leichen würden der deutschen Botschaft übergeben. Baschari schloss die Taliban als Täter aus. Die radikal-islamischen Rebellen seien in der Region um den Tatort nicht aktiv, sagt er.

Die Taliban hatten bereits am Samstag jede Verantwortung für die Tat zurückgewiesen und erklärt, Journalisten gehörten nicht zu ihren Zielen. Die beiden freien Mitarbeiter der Deutschen Welle sind die ersten deutschen Journalisten, die seit dem Sturz der Taliban Ende 2001 in Afghanistan getötet wurden. Die 30-jährige Journalistin Karen Fischer und der 38-jährige Techniker Christian Struwe waren in der Nacht zum Samstag auf dem Weg von der nordafghanischen Provinz Baghlan in die Nachbarprovinz Bamian von Unbekannten erschossen worden, als sie neben der Straße zelteten.

Can Merey/DPA DPA

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