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Nepal: Polizei tötet Demonstranten

Seit Tagen lähmt die nepalesische Opposition das Land mit einem Generalstreik, um gegen den autoritären König zu protestieren. Nun eskaliert die Situation in dem Himalaya-Staat.

Bei Protesten gegen den König Gyanendra hat die Polizei in Nepal nahe der Touristenmetropole Pokhara einen Demonstranten erschossen. Wie der unabhängige Radio-Sender HBC FM berichtete, feuerten die Ordnungshüter auf die unbewaffneten Demonstranten, die in der Stadt 200 Kilometer westlich von Kathmandu zu Tausenden gegen die autoritäre Herrschaft protestierten. Auch in anderen Teilen des Himalaya-Landes kam es nach Augenzeugenberichten zu Protestkundgebungen, darunter in der Hauptstadt Kathmandu.

Zu den Protesten hatte die oppositionelle Sieben-Parteien-Allianz SPA aufgerufen, die seit einigen Tagen das Land mit einem Generalstreik weit gehend lahm legt. Eine für Samstagnachmittag geplante Großkundgebung in Kathmandu verschob die SPA jedoch, nachdem die Regierung kurzfristig eine Ausgangssperre über die Hauptstadt verhängt hatte.

Aus SPA-Kreisen verlautete, dass der geplante Massenprotest stattfinden solle, sobald die Sperre aufgehoben werde. Die Regierung hatte am Samstag zudem alle Mobiltelefonleitungen stillgelegt. Seit Mittwoch gilt in Kathmandu ein Versammlungsverbot.

Mit ihren Aktionen will die SPA den seit mehr als einem Jahr autoritär herrschenden König zur Rückkehr zur demokratischen Ordnung zwingen. In den vergangenen Tagen waren Hunderte Menschen festgenommen worden, die sich zu spontanen Demonstrationen eingefunden hatten. Die meisten waren nach mehreren Stunden wieder freigekommen. Am Freitag war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte setzten dabei Tränengas ein.

Bei zwei separaten Angriffen maoistischer Rebellen auf Militärposten im Südwesten des Landes kamen in der Nacht zum Samstag zwölf Menschen ums Leben. Bei den die ganze Nacht dauernden Kämpfen in Butwal und in Taulihawa starben neun Rebellen, zwei Soldaten und ein Polizist, berichtete der unabhängige Fernsehsender Image Channel unter Berufung auf das Militär.

DPA / DPA
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